Manchmal sprichst du von Dingen, die dich verletzen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die mich verletzen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die dich einmal verletzt haben.
Nie sprichst du von Dingen, die mich einmal verletzt haben.
Manchmal sprichst du von Dingen, die dich ganz kalt und eisig machen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die mich ganz warm werden lassen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die dir Angst machen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die mir Angst machen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die dir die Hoffnung nehmen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die mir die Hoffnung nehmen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die ganz anders sind als du.
Manchmal sprichst du von Dingen, die ganz anders sind als ich.
Manchmal sprichst du von Dingen, die mich zum weinen bringen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die dich nicht zum weinen bringen.
Manchmal sprichst du von Dingen, die du brauchst.
Manchmal sprichst du von Dingen, die ich habe.
Manchmal will ich dann schreien "Mach die Augen auf."
Manchmal will ich dann schreien "Sei still."
Manchmal will ich dann schreien "Gib nicht auf."
Manchmal will ich dann schreien "Wach auf."
Manchmal will ich dann schreien "Lass mich in Ruh."
Manchmal will ich dann schreien "Schau mich an."
Manchmal will ich dann schreien "Gib mir Zeit."
Manchmal will ich dann schreien "Komm zum Punkt."
Manchmal will ich dann schreien "Lüg uns doch nicht an."
Immer will ich sagen, flüstern, schreien, fragen, mitteilen, vermerken, erzählen, rufen, weinen, lachen, wimmern, singen, krächzen "Ich bin doch da."
Aber mir fehlt der Mut. Nicht manchmal. Immer.
Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.
„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin
„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin
Donnerstag, 27. Januar 2011
Traurig, traurig.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass mein Leben ab und zu recht rasant ist.
Vor einigen Sekunden wollte ich ein Schreibprogramm öffnen, um einige Notitzen zu machen, was ich einem Menschen, der doch eigentlich ziemlich nah an meinem Leben ist und mit dem ich erst vor ein paar Tagen intensiv gesprochen habe, unbedingt berichten müssen. Auf der Liste hätte gestanden:
- Tratsch und Klatsch ausem Freundeskreis I
- Tratsch und Klatsch ausem Freundeskreis II
- Tratsch und Klatsch ausem Freundeskreis III
- Meine kleinen alltäglichen Wehwechen
- Unikram
- Mein verrückter Vater und sein neuer Freund "Bruce"
- Familiengeschichten
- etc. etc.
Ich wollte alles aufschreiben, damit ich auch bloß nichts vergesse. Und dabei fällt mir auf, wie rasant unser Leben ist. In ein paar Tagen, in denen ich eigentlich nicht großartig viel geleistet habe außer das Badezimmer zu putzen und ein paar Serien anzuschauen, hat sich so viel getan, ergeben, geändert, ohne mein großes Zutun.
Manchmal macht mir das Angst. Besonders dass ich soviel über Menschen weiß, ohne mit ihnen zu sprechen. Den ganzen Gossip, den ich nachher erzählen möchte, habe ich nicht aus der Kommunikation mit den betreffenden Personen selbst, vielleicht nur minimal, sondern aus den SocialNetworks. Facebook, Studivz und co bieten so viel Gesprächsstoff, dass ich genug erleben würde, wenn ich meine Wohnung gar nicht mehr verlassen müsste.
Und da ich das aber noch tue, und mit dem Erlebten im Fatzebuch oder ähnlichen digitalen Klatschblättern oft aus dem Krimskramskästchen erzähle, will ich nicht wissen, wieviele Leute über mich lästern.
Ich wollte immer in die Stadt um diese große Anonymität zu genießen. Anziehen was du willst. Machen was du willst. Denken was du willst. Aber mit der Anonymität ist das nichts mehr. Die dreckige Schattenseite der SocialNetworks. Alle reden groß über Datenschutz und gegen den gläsernen Bürgern und ich steh da auch voll hinter - aber ich gebe anscheinend so viel von mir persönlich frei, dass die auf mich zugeschnittene Facebookwerbung auch noch genau meine Probleme anspricht: Mode in XXL, Dating, Diäten.
Vor einigen Sekunden wollte ich ein Schreibprogramm öffnen, um einige Notitzen zu machen, was ich einem Menschen, der doch eigentlich ziemlich nah an meinem Leben ist und mit dem ich erst vor ein paar Tagen intensiv gesprochen habe, unbedingt berichten müssen. Auf der Liste hätte gestanden:
- Tratsch und Klatsch ausem Freundeskreis I
- Tratsch und Klatsch ausem Freundeskreis II
- Tratsch und Klatsch ausem Freundeskreis III
- Meine kleinen alltäglichen Wehwechen
- Unikram
- Mein verrückter Vater und sein neuer Freund "Bruce"
- Familiengeschichten
- etc. etc.
Ich wollte alles aufschreiben, damit ich auch bloß nichts vergesse. Und dabei fällt mir auf, wie rasant unser Leben ist. In ein paar Tagen, in denen ich eigentlich nicht großartig viel geleistet habe außer das Badezimmer zu putzen und ein paar Serien anzuschauen, hat sich so viel getan, ergeben, geändert, ohne mein großes Zutun.
Manchmal macht mir das Angst. Besonders dass ich soviel über Menschen weiß, ohne mit ihnen zu sprechen. Den ganzen Gossip, den ich nachher erzählen möchte, habe ich nicht aus der Kommunikation mit den betreffenden Personen selbst, vielleicht nur minimal, sondern aus den SocialNetworks. Facebook, Studivz und co bieten so viel Gesprächsstoff, dass ich genug erleben würde, wenn ich meine Wohnung gar nicht mehr verlassen müsste.
Und da ich das aber noch tue, und mit dem Erlebten im Fatzebuch oder ähnlichen digitalen Klatschblättern oft aus dem Krimskramskästchen erzähle, will ich nicht wissen, wieviele Leute über mich lästern.
Ich wollte immer in die Stadt um diese große Anonymität zu genießen. Anziehen was du willst. Machen was du willst. Denken was du willst. Aber mit der Anonymität ist das nichts mehr. Die dreckige Schattenseite der SocialNetworks. Alle reden groß über Datenschutz und gegen den gläsernen Bürgern und ich steh da auch voll hinter - aber ich gebe anscheinend so viel von mir persönlich frei, dass die auf mich zugeschnittene Facebookwerbung auch noch genau meine Probleme anspricht: Mode in XXL, Dating, Diäten.
Mittwoch, 26. Januar 2011
"Egal wie viele Follower du hast oder nicht - mach weiter!"
Diese kleine, aber sehr, sehr liebe Nachricht landete gestern Nacht in meinem Facebook-Nachrichtenfach und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht.
Das mit den Followern ist ja so eine Sache. Wo andere Blogs im gleichen Alter wie meine ihren 200. feiern, habe ich... 2. Mehr als 100 Klicks am Tag hatte ich auch noch nicht. Und so viele Kommentare schreibt mir auch keiner.
Also habe ich mir Gedanken gemacht, warum ich dann eigentlich diesen Blog schreibe. Wäre mir die Öffentlichkeit egal - naja, da könnte ich meine Texte doch einfach in ein Worddokument oder in ein Oldschooltagebuch schreiben. Das Problem an der Sache ist, dass mir das reine schreiben doch recht viel bedeutet. Man hat mir mal gesagt, ich soll Fotos auf mein Blog stellen, dann hab ich mehr Leser. Ja, aber find mal Fotos oder mach welche zu meinen Themen. Recht schwierig, finde ich. Gewinnspiele sind auch immer so ein Knotenpunkt, um neue Leser zu gewinnen. Ist aber für meinen Blog relativ lächerlich und sinnlos. Und eigentlich gibt es das Krimskramskästchen auch nur, um andere Leute ein wenig anzustupsen. Und auch mal ein Feedback zu bekommen. Das bekomme ich von meinem Umfeld. Und darum sage ich Danke!
Was bringt mir das große WorldWideWeb mit hunderten von Followern, wenn mir keiner diese Aufmerksamkeit bringt wie meine lieben Freunde, die mir immer wieder sagen, dass das toll ist, was ich hier mache.
Also Danke! Ohne euch, wär das Krimskramskästchen schon längst Geschichte.
Das mit den Followern ist ja so eine Sache. Wo andere Blogs im gleichen Alter wie meine ihren 200. feiern, habe ich... 2. Mehr als 100 Klicks am Tag hatte ich auch noch nicht. Und so viele Kommentare schreibt mir auch keiner.
Also habe ich mir Gedanken gemacht, warum ich dann eigentlich diesen Blog schreibe. Wäre mir die Öffentlichkeit egal - naja, da könnte ich meine Texte doch einfach in ein Worddokument oder in ein Oldschooltagebuch schreiben. Das Problem an der Sache ist, dass mir das reine schreiben doch recht viel bedeutet. Man hat mir mal gesagt, ich soll Fotos auf mein Blog stellen, dann hab ich mehr Leser. Ja, aber find mal Fotos oder mach welche zu meinen Themen. Recht schwierig, finde ich. Gewinnspiele sind auch immer so ein Knotenpunkt, um neue Leser zu gewinnen. Ist aber für meinen Blog relativ lächerlich und sinnlos. Und eigentlich gibt es das Krimskramskästchen auch nur, um andere Leute ein wenig anzustupsen. Und auch mal ein Feedback zu bekommen. Das bekomme ich von meinem Umfeld. Und darum sage ich Danke!
Was bringt mir das große WorldWideWeb mit hunderten von Followern, wenn mir keiner diese Aufmerksamkeit bringt wie meine lieben Freunde, die mir immer wieder sagen, dass das toll ist, was ich hier mache.
Also Danke! Ohne euch, wär das Krimskramskästchen schon längst Geschichte.
Dienstag, 25. Januar 2011
Kindermund.
Ich liebe Kinder. Ich liebe sie nicht, weil sie so süß sind. Okay, manchmal ist das auch ein nicht unerheblicher Grund, wenn sie dich mit ihren riesengroßen Augen anschauen und mit ihren stets schmutzigen und klebrigen Fingern nach dir greifen. Eigentlich liebe ich Kinder, weil sie etwas noch haben, was wir mit der Zeit verlieren. So viel Fantasie benutzen, dass es immer noch die Wahrheit bleibt. Die Dinge auf den Punkt bringen, ohne die liebevollen Details zu vergessen. Und alles erst mal ganz spannend finden, und die Neugierde wichtiger ist als Ängste. Alles so rational zu bedenken, aber noch ganz viel Gefühl reinzubringen. Das Leben einfach machen, ohne ihm seine Schönheit zu nehmen. Und einfach keine Angst haben. Angst vor dem was mal war, was ist, was kommt.
Ihr wisst nicht was ich meine? Als ich das hier gesehen habe, habe ich mich geschämt. Ich scheine mit den Jahren auch so einiges verlernt zu haben.
Ihr wisst nicht was ich meine? Als ich das hier gesehen habe, habe ich mich geschämt. Ich scheine mit den Jahren auch so einiges verlernt zu haben.
Montag, 24. Januar 2011
Sorgen.
Ich hab immer irgendwelche Sorgen und Probleme. Ich führe halt ein bewegtes Leben. Fast so gut wie ne Daily Soap. Hier bei mir gibts keine Happy Moments. Jeder glückliche Augenblick meines Lebens, wird von einem Unwetter aus Sorgen, Ängsten, Zwängen überschattet. Drama. Ganz großes Drama. Mach doch nicht son Drama, Miriam. Doch. Denn ich steh ja schon ein bisschen auf das große Kino in meinem Leben. Wer tut das nicht? Aber wenn es mir dann wirklich nicht gut geht, dann mach ich etwas, was schlimmer ist, als all die Sorgen und Probleme. Ich ignoriere sie. Ich lebe in den Tag hinein, ohne nur einen einzigen Gedanken an sie zu verschwenden. Manchmal zwicken sie mich schon in die Seite, aber ich tu so, als wär da nichts gewesen. Hab ich mir nur eingebildet. Das ist doch klasse, Miriam. Dass du dir deinen Kopf so frei machen kannst. Ja, frei ist er dann. Aber leider auch frei von jeglichen Lösungsvorschlägen. Und dann werden die Sorgen zu Kummer. Und das möchte ich mir in Zukunft doch lieber ersparen.
Donnerstag, 20. Januar 2011
Verliebt in Mr. Shuester.
Ich bin ein riesiger Scrubsfan. Scrubs ist sowas wie eine Lebensphilosophie. Scrubs ist einfach Scrubs. Ihr kennt Scrubs nicht? Dann seid froh. Vor euch liegen acht wundervolle Staffeln, und ich sag euch, ihr werdet jede einzelne Episode lieben. Ich tue das. Scrubs. Aber irgendwann sind die Staffeln vorbei, und die neuen sind halt nicht mehr wie die alten. Und ich hab gesucht und gesucht - und endlich, hab ich eine Ersatzdroge gefunden.
schon in den ersten Minuten war ich gefesselt, und schaue gerade die erste Staffel an. Ich will nicht viel erzählen, worum es geht, daher nur einen kleinen Ausschnitt, wo man ganz gut sieht was Glee ist.
Im Freetv läuft seit Montag um 20.15 auf Super RTL die erste Staffel, ich empfehle euch aber das Orginal in Englisch!
schon in den ersten Minuten war ich gefesselt, und schaue gerade die erste Staffel an. Ich will nicht viel erzählen, worum es geht, daher nur einen kleinen Ausschnitt, wo man ganz gut sieht was Glee ist.
Im Freetv läuft seit Montag um 20.15 auf Super RTL die erste Staffel, ich empfehle euch aber das Orginal in Englisch!
Montag, 17. Januar 2011
Willst du die Wahrheit hören oder etwas Schönes?
Die Wahrheit ist eine miese Sache. Wir wollen sie von jedem über alles hören. Wir schreiben Ehrlichkeit groß. Aber wenn es dann ums Eingemachte geht, dann ist die Wahrheit gar nicht mehr so unser Ding. Ich meine jetzt nicht, unsere Wahrheit mitzuteilen. Obwohl das auch immer schwer ist. Ich spreche eher darüber, wenn wir die Wahrheit erfahren. Dann wollen wir sie gar nicht mehr hören. Dann wünschen wir uns Lügen und Zweideutiges und irgendwas, in das wir etwas reininterpretieren können. Weil wir doch alle eigentlich kleine oder große Träumer sind. Und wir wollen uns alles offen halten. So eine Wahrheit kann ja schon recht einschränkend sein. Wir haben nicht mehr so viel Überdenkungsmöglichkeiten, es steht ja eigentlich fest. Und meistens tut sie uns auch irgendwie weh. Wir sind enttäuscht. Und meistens sind wir dann enttäuscht von uns selbst. Warum habe ich das nicht erkannt? Und ist das wirklich mein Leben, was ich doch so ganz anders gesehen habe? Warum ist es nicht so, wie ich dachte? Wahrheiten sind wie abgelaufene Joghurts, sie bereiten uns Bauchschmerzen und bringen uns zum kotzen, und von zu vielen können wir tatsächlich einen bleibenden Schaden erhalten. Wenn wir ganz ehrlich sind - auf die Wahrheit können wir doch alle getrost verzichten!
Bin ich daher für ein Leben voller Lügen? In meinen Dailysoaps find ich das ja immer sehr spannend - im wirklichen Leben doch nicht so prickelnd. Wahrheiten können uns zwar enttäuschen, traurig und wütend machen - aber wir nehmen sie hin, wir nehmen sie an, wir leben sie. Sie zeigen neue Perspektiven. Lügen dagegen zerstören, stigmatisieren und schaffen eine heile Welt, von der wir wissen, dass es sie so gar nicht gibt. Und das ist die Wahrheit.
Bin ich daher für ein Leben voller Lügen? In meinen Dailysoaps find ich das ja immer sehr spannend - im wirklichen Leben doch nicht so prickelnd. Wahrheiten können uns zwar enttäuschen, traurig und wütend machen - aber wir nehmen sie hin, wir nehmen sie an, wir leben sie. Sie zeigen neue Perspektiven. Lügen dagegen zerstören, stigmatisieren und schaffen eine heile Welt, von der wir wissen, dass es sie so gar nicht gibt. Und das ist die Wahrheit.
Freitag, 14. Januar 2011
Kinder kosten oder wie gründet man eine Babysittergewerkschaft?
Der Trend geht ja bei mir zum Drittjob. So ist das bei uns Sozialleuten. Die, die ich kenne, haben alle mehrere Dinger am laufen, liegt vermutlich an unserer miserablen Bezahlung. Oder weil wir oft Freizeit und Job verwechseln. Ein kleines Helfersyndrom haben wir ja eh alle. Nunja. Da meine zwei bisherigen Jobs zwar wirklich schon sehr anstrengend sind, wollte ich noch eine Kleinigkeit haben, so für in der Woche, zwischendurch, ein paar Stündchen. Da kam mir ja der Aufruf an unserer Unipinnwand entgegen.
"Suche Babysitter für meine Tochter (5) für 2 Std/Woche und flexiblen Einsatz"
Ein Abrisszettelchen mit Nummer war noch da und ich auch sofort angerufen. Sie war erst ganz und gar nicht von mir begeistert, da ich erst im ersten Semester bin und doch recht jung. Geduzt hat sie mich auch direkt. Hab ich ja eigentlich auch nichts gegen, aber nunja. Proffesionell sollte es ja trotzdem ein wenig sein. Beim ersten Telefonat. Als ich ihr aber berichtete, dass ich ein Jahr in einer integrativen Kita gearbeitet hatte, war sie hellauf begeistert, hätte aber noch am folgenden Tag ein Bewerbungsgespräch.
Heute rief sie an. Und wollte alles mögliche wissen. Referenzen, Erfahrungen, vorm Bewerbungsgespräch ein Foto per Email, Studienabsichten. Dass sie mich nicht nach meinem pädagogischen Babysitterkonzept gefragt hat, war auch alles. Typische Ratgebermutti. Typische "Latte-Macchiatto-trinkende-und-Retro-Kinderwagen-fahrende-und-Highheels-staksende-desperate-Housewife-mit-Vorliebe-für-pädagogisch-sinnvolles-Spielzeug-und-Erziehungsvorträgen-mit-den-anderen-trendy-Müttern".
In ihrer Wohnung wimmelt es vermutlich nur von Bestsellernerziehungsratgebern wie "Wie dressiere ich mein Kind zu Höchstleistungen in Mathematik?", "Was will mein Kind mir mit diesem Bild sagen?", "Jedes Kind kann zuhören lernen" oder "Glückliche Kindheit - Alles was das Kind braucht von A-Z". Und alle Staffeln der Supernanny. Und das Begleitbuch.
Erziehen ist nämlich hip. Besonders die Richtige. Erziehung ist wichtig.
Unsere Kinder sind kleine, zauberhafte Röschen, und wir sind die hübschen Gärtnerinnen, die gießen, düngen, veredeln, in Watte packen.
Sie will kein fünfzehnjähriges Mädel aus der Nachbarschaft. Es sollte schon eine Fachkraft sein. Und zu schade, dass ich keine abgeschlossene Ausbildung zur Erzieherin habe.
Ich wollte ein Vorstellungsgespräch, aber nicht heute. Montag geht nicht, da hätte die Kleine turnen. Mittwoch wäre doch ganz gut? Und achja, es wär ihr einfach sehr wichtig, wie ich mit ihrer Tochter agieren würde. Wie die Harmonie zwischen uns wäre. In den zwei Stunden übt sie bestimmt ein neues Hobby aus. Joga. Oder einen Kurs zum Thema "Wie schließt mein Kind neue Freundschaften?". Oder Latte trinken mit den anderen trendy Mamas.
Und dann kam der Satz.
"Und die Bezahlung würde sich so auf 4-5 Euro pro Stunde belaufen. Das ist ja so gang und gebe"
"Suche Babysitter für meine Tochter (5) für 2 Std/Woche und flexiblen Einsatz"
Ein Abrisszettelchen mit Nummer war noch da und ich auch sofort angerufen. Sie war erst ganz und gar nicht von mir begeistert, da ich erst im ersten Semester bin und doch recht jung. Geduzt hat sie mich auch direkt. Hab ich ja eigentlich auch nichts gegen, aber nunja. Proffesionell sollte es ja trotzdem ein wenig sein. Beim ersten Telefonat. Als ich ihr aber berichtete, dass ich ein Jahr in einer integrativen Kita gearbeitet hatte, war sie hellauf begeistert, hätte aber noch am folgenden Tag ein Bewerbungsgespräch.
Heute rief sie an. Und wollte alles mögliche wissen. Referenzen, Erfahrungen, vorm Bewerbungsgespräch ein Foto per Email, Studienabsichten. Dass sie mich nicht nach meinem pädagogischen Babysitterkonzept gefragt hat, war auch alles. Typische Ratgebermutti. Typische "Latte-Macchiatto-trinkende-und-Retro-Kinderwagen-fahrende-und-Highheels-staksende-desperate-Housewife-mit-Vorliebe-für-pädagogisch-sinnvolles-Spielzeug-und-Erziehungsvorträgen-mit-den-anderen-trendy-Müttern".
In ihrer Wohnung wimmelt es vermutlich nur von Bestsellernerziehungsratgebern wie "Wie dressiere ich mein Kind zu Höchstleistungen in Mathematik?", "Was will mein Kind mir mit diesem Bild sagen?", "Jedes Kind kann zuhören lernen" oder "Glückliche Kindheit - Alles was das Kind braucht von A-Z". Und alle Staffeln der Supernanny. Und das Begleitbuch.
Erziehen ist nämlich hip. Besonders die Richtige. Erziehung ist wichtig.
Unsere Kinder sind kleine, zauberhafte Röschen, und wir sind die hübschen Gärtnerinnen, die gießen, düngen, veredeln, in Watte packen.
Sie will kein fünfzehnjähriges Mädel aus der Nachbarschaft. Es sollte schon eine Fachkraft sein. Und zu schade, dass ich keine abgeschlossene Ausbildung zur Erzieherin habe.
Ich wollte ein Vorstellungsgespräch, aber nicht heute. Montag geht nicht, da hätte die Kleine turnen. Mittwoch wäre doch ganz gut? Und achja, es wär ihr einfach sehr wichtig, wie ich mit ihrer Tochter agieren würde. Wie die Harmonie zwischen uns wäre. In den zwei Stunden übt sie bestimmt ein neues Hobby aus. Joga. Oder einen Kurs zum Thema "Wie schließt mein Kind neue Freundschaften?". Oder Latte trinken mit den anderen trendy Mamas.
Und dann kam der Satz.
"Und die Bezahlung würde sich so auf 4-5 Euro pro Stunde belaufen. Das ist ja so gang und gebe"
Donnerstag, 13. Januar 2011
Von Nachbarschaftsengeln.
Mir gehts wieder gut. Innerlich. Manchmal ist es ganz gut, nicht zu reden und einfach dort weiter zu machen, wo man aufgehört hat. Und es funktioniert und macht glücklich. Trotzdem mime ich derzeit den sterbenden Schwan mit sehr großem Erfolg. Mich plagen allerlei körperliche Leiden (Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Schlappheit, Schluckbeschwerden, Rückenschmerzen, Husten etc). Die flinke Schwesternhelferin von heute diagnosfiziert sich selbst und verabreicht sich auch ein paar Medikamente, gemösert, schlucken ist im Moment nicht mein Ding. Zudem habe ich mir Apfelsinen und ausdrückliche Bettruhe und Jammern ohne Ende verschrieben. Heute gehts mir schon um einiges besser. Was aber auch daran liegen könnte, dass mir gestern ein Engel begegnet ist. Er hatte rote, lange Haare und wohnt direkt gegenüber.
Meine liebe Nachbarin. Wer selbst nicht viel hat, der gibt wohl am meisten ab. Und so stand sie da gestern vor meiner Tür, mit einem Korb voller Leckereien für ihre "Lieblingsstudentin", wo sie alles rein gelegt hatte, was sie selbst nicht braucht. Nudeln, frisches Obst, sogar ein Paket Nesquick und ein paar heißgeliebte Milkamuffins. Sie war vorher bei der Tafel. Ich hab mich sehr gefreut darüber.
Bitte, Miriam nimmt das auch noch an? Die Frau ist anscheinend total bedürftig, und ich nehme ihr auch noch was zu Essen weg? Ja. Weil ich weiß, dass ich sie sonst mehr kränken würde als jeder Besuch beim Arbeitsamt oder das Warten bei der Tafel. Sie ist eine sehr stolze Frau. Und sie sorgt sich um ihre Mitmenschen. Sie ist ein Engel. Und Engel brauchen keine goldenen Flügel, um andere Menschen zum lächeln zu bringen.
Meine liebe Nachbarin. Wer selbst nicht viel hat, der gibt wohl am meisten ab. Und so stand sie da gestern vor meiner Tür, mit einem Korb voller Leckereien für ihre "Lieblingsstudentin", wo sie alles rein gelegt hatte, was sie selbst nicht braucht. Nudeln, frisches Obst, sogar ein Paket Nesquick und ein paar heißgeliebte Milkamuffins. Sie war vorher bei der Tafel. Ich hab mich sehr gefreut darüber.
Bitte, Miriam nimmt das auch noch an? Die Frau ist anscheinend total bedürftig, und ich nehme ihr auch noch was zu Essen weg? Ja. Weil ich weiß, dass ich sie sonst mehr kränken würde als jeder Besuch beim Arbeitsamt oder das Warten bei der Tafel. Sie ist eine sehr stolze Frau. Und sie sorgt sich um ihre Mitmenschen. Sie ist ein Engel. Und Engel brauchen keine goldenen Flügel, um andere Menschen zum lächeln zu bringen.
Samstag, 8. Januar 2011
Flaschenpost fürs Herz.
Ich hab ein Faible für das Liebevolle. Und darum lese ich immer wieder gerne den Blog von Magnoliaelectric. Und auf Grund meiner momentanen Stimmung möchte ich daher unbedingt an ihrem Gewinnspiel, welches durch den Onlineshop Nerdbirds gesponsert wird, mit machen.
Es gibt diese wundervolle Kette zu gewinnen. Ich hatte mal einen sehr hübschen, kleinen goldenen Schlüssel. Ich hab ihn immer noch, dann und wann hängt er noch mal an meinem Hals. Immer werde ich dann gefragt: "Ist das der Schlüssel zu deinem Herzen?". Bei so einer Flaschenpost werde ich wohl auch gefragt werden. Was das denn nun bitte soll. Und ich werd nur lächeln. Und denken, dass dort die Botschaft meines Herzens steht. Auch wenn ich sie selbst nicht kenne, sie ist irgendwie da.
Wenn ihr auch diese Kette und den tollen Handspiegel unbedingt wollt, noch könnt ihr hier bei Magnoliaelectric's Gewinnspiel ohne weiteres mitmachen - auch für nicht Blogger!
Es gibt diese wundervolle Kette zu gewinnen. Ich hatte mal einen sehr hübschen, kleinen goldenen Schlüssel. Ich hab ihn immer noch, dann und wann hängt er noch mal an meinem Hals. Immer werde ich dann gefragt: "Ist das der Schlüssel zu deinem Herzen?". Bei so einer Flaschenpost werde ich wohl auch gefragt werden. Was das denn nun bitte soll. Und ich werd nur lächeln. Und denken, dass dort die Botschaft meines Herzens steht. Auch wenn ich sie selbst nicht kenne, sie ist irgendwie da.
Wenn ihr auch diese Kette und den tollen Handspiegel unbedingt wollt, noch könnt ihr hier bei Magnoliaelectric's Gewinnspiel ohne weiteres mitmachen - auch für nicht Blogger!
Schwerelos.
Ich bin allein. Allein sein kann sehr schön sein. Daher bin ich einsam. Ich fühle mich von der Welt verlassen, weil ich mich von dir verlassen fühle. Vielleicht weil du meine Welt bist? Bist du nicht. Das weiß ich. Das fühl ich. Das merk ich immer wieder. Aber vielleicht, weil du mein Zuhause bist? Home is, where your heart is. Aber mein Herz hängt doch an ganz anderen Dingen. Gar nicht so sehr an dir. Viel mehr an mir. Aber warum bin ich denn so einsam? Ich bin so schwerelos. Ich liege hier und denke kaum. Eigentlich denke ich viel zu viel. Grad im Moment. Aber kann man das Gedanken nennen? Oder sind das mehr Wünsche. Ich wünsch mir eine Uhr. Eine große, alte Uhr. Mit vielen Zahnrädern, die miteinander verhakt sind. So wie wir. Und dann beginne ich, den großen Zeiger rückwärts zu bewegen. Bei dem Wort "Rückwärts" war ich mir nicht sicher, wie mans schreibt. Ich hab nicht auf mein Gefühl gehört. Was man so als erstes schreibt, ist ja nicht unbedingt richtig. Ich hab es nachgeschlagen. Hat das was mit uns zutun? Ich möchte keine Zeiger rückwärts bewegen, doch viel lieber vorwärts. Zeig mir doch, wie wir wo in ein paar Wochen stehen. Bist du dann noch neben mir? Oder wieder? Oder sind wir ganz weit voneinander weg? Ich möchte nichts bereuen müssen, wenn ich die wirklichen Folgen nicht kenne. Das ist doch sehr rational. Und doch keine logische Handlung. Ich weiß immer, was ich möchte. Aber die Uhr macht mir das Leben heute schwer. Ich weiß gar nichts mehr. Ich weiß nur, ich liege hier und fühl mich ganz schwerelos. Und ich weiß, dass du den Boden unter den Füßen gerade spürst. Ich schwebe. Und ich habe Angst, dass du mich diesmal nicht auffängst, wenn ich falle. Versprechen und Erfahrungen gelten nicht mehr. Das hat die Schwerelosigkeit so an sich.
Das ist für dich. Aber doch mehr für uns. Klingt so fröhlich, wie wir waren. Ist aber so ernst, wie wir sind.
Das ist für dich. Aber doch mehr für uns. Klingt so fröhlich, wie wir waren. Ist aber so ernst, wie wir sind.
Donnerstag, 6. Januar 2011
Hausarbeiten und Gehaltserhöhungen. Ein Tribut an Erich Kästner.
In einem meiner Lieblingsbücher, "Pünktchen und Anton" vom großartigen Herrn Kästner, gibt es nach jedem Kapitel eine sogenannte "kleine Nachdenkerei". Da hilft Kästner mit ein paar schönen Bildern und Metaphern, Beispielen und Anekdoten den kleinen Lesern auf die Sprünge. Er sagt auch ausdrücklich, dass man ja kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man diese Seiten umblättert und sie sind extra kusiv geschrieben. Ich habe diese Seiten immer geliebt. Wie wahnsinnig. Und darum gibts jetzt auch hier so eine kleine Nachdenkerei.
Beim Durchstöbern meines Kalenders ist mir so eben aufgefallen, dass ich mitte Februar zwei Hausarbeiten abgeben muss. Huch! Das ging ja jetzt ... schnell.
Die Themen, die ich schon seit einer halben Ewigkeit stehn hab sind einmal:
"Die Bedeutung des reflektierten Umgangs mit Vorurteilen in der Praxis des Sozialarbeiters"
sowie
"Kognitive Förderung statt kommerzielle Überforderung in Spiel und Beschäftigung während des ersten Lebensjahres"
Fragt mich besser nicht, wie ich mir sowas aus den Kopf drücken kann - die erste Hausarbeit ist eine Gruppenarbeit, zu der wir bereits eine empirische Studie gemacht haben und die wir nächste Woche präsentieren müssen, die ist aber schon ready to rumble, ebenfalls die Großgruppenpräsentation "Lebenswelt Aachen: Elisengarten und Rathausplatz aus der Perspektive der Sozialen Arbeit" - die Uni zieht echt krass an momentan. Im Februar bin ich auf Praxiserkundung in einer Waldorfschule für Kinder mit Behinderung - ich freu mich tierisch, und werde hoffentlich nicht enttäuscht, wenn ich nicht lerne, meinen Namen zu tanzen. Wär doch mal was.
Hab ich eigentlich mal erwähnt, dass ich mir für dieses Semester vorgenommen habe, alle deutschen Scrubsstaffeln anzuschauen? Hab ich doch tatsächlich geschafft. Gratulation!
Und dann fängt auch schon das zweite Semester an, mit ganz viel kreativen Kram und ganz viel juristischen Kram. Ich bin wirklich gespannt wie ein Flitzebogen.
Ach und ne Gehaltserhöung habe ich diesen Monat auch noch abkassiert. Ich bin ja Mädchen für alles für zwei Hand voll demenziell erkrankte, liebevolle Menschen - und so 2 Euro mehr die Stunde motivieren doch sehr.
Warum ich jetzt so konkret darüber spreche, was ich momentan so vor mir habe und mach und tu und treib? Na, ich wollt doch mal ein bisschen konkreter werden. Ich finde, wenn ich alles so beim Namen nenne, ist es doch höchst unpersönlich. Ich hab grad Dinge von mir Preis gegeben, die auch nur annähernd was mit meiner Persönlichkeit zu tun haben. Dabei ist es direkt aus dem Leben. Die Dinge, die ich sonst hier schreibe, sind doch alle recht schwammig. Man braucht schon ein bisschen Geduld, um mir folgen zu können. Die Sachen kommen ja auch aus meinem Herzen, und das mag ich selbst oft nicht immer sofort verstehen. Aber das hier ist alles doch sehr beim Namen genannt. Direkt aus dem Leben. Und doch so fern. Darüber sollte man jetzt mal nachdenken.
Beim Durchstöbern meines Kalenders ist mir so eben aufgefallen, dass ich mitte Februar zwei Hausarbeiten abgeben muss. Huch! Das ging ja jetzt ... schnell.
Die Themen, die ich schon seit einer halben Ewigkeit stehn hab sind einmal:
"Die Bedeutung des reflektierten Umgangs mit Vorurteilen in der Praxis des Sozialarbeiters"
sowie
"Kognitive Förderung statt kommerzielle Überforderung in Spiel und Beschäftigung während des ersten Lebensjahres"
Fragt mich besser nicht, wie ich mir sowas aus den Kopf drücken kann - die erste Hausarbeit ist eine Gruppenarbeit, zu der wir bereits eine empirische Studie gemacht haben und die wir nächste Woche präsentieren müssen, die ist aber schon ready to rumble, ebenfalls die Großgruppenpräsentation "Lebenswelt Aachen: Elisengarten und Rathausplatz aus der Perspektive der Sozialen Arbeit" - die Uni zieht echt krass an momentan. Im Februar bin ich auf Praxiserkundung in einer Waldorfschule für Kinder mit Behinderung - ich freu mich tierisch, und werde hoffentlich nicht enttäuscht, wenn ich nicht lerne, meinen Namen zu tanzen. Wär doch mal was.
Hab ich eigentlich mal erwähnt, dass ich mir für dieses Semester vorgenommen habe, alle deutschen Scrubsstaffeln anzuschauen? Hab ich doch tatsächlich geschafft. Gratulation!
Und dann fängt auch schon das zweite Semester an, mit ganz viel kreativen Kram und ganz viel juristischen Kram. Ich bin wirklich gespannt wie ein Flitzebogen.
Ach und ne Gehaltserhöung habe ich diesen Monat auch noch abkassiert. Ich bin ja Mädchen für alles für zwei Hand voll demenziell erkrankte, liebevolle Menschen - und so 2 Euro mehr die Stunde motivieren doch sehr.
Warum ich jetzt so konkret darüber spreche, was ich momentan so vor mir habe und mach und tu und treib? Na, ich wollt doch mal ein bisschen konkreter werden. Ich finde, wenn ich alles so beim Namen nenne, ist es doch höchst unpersönlich. Ich hab grad Dinge von mir Preis gegeben, die auch nur annähernd was mit meiner Persönlichkeit zu tun haben. Dabei ist es direkt aus dem Leben. Die Dinge, die ich sonst hier schreibe, sind doch alle recht schwammig. Man braucht schon ein bisschen Geduld, um mir folgen zu können. Die Sachen kommen ja auch aus meinem Herzen, und das mag ich selbst oft nicht immer sofort verstehen. Aber das hier ist alles doch sehr beim Namen genannt. Direkt aus dem Leben. Und doch so fern. Darüber sollte man jetzt mal nachdenken.
Sinn machts nicht. Aber es tut gut.
Es ist fast 14 Uhr und ich habe das Bett heute nur verlassen, um mit beim Bäcker um die Ecke Brötchen zu holen, die ich dann mit Nutella auch hier im Bett in mich reingestopft hab. Reinstopfen ist vielleicht das falsche Wort. Es hatte durchaus etwas mit Genuss zu tun. Draußen ist richtiges Schmuddelwetter. Ihr denkt euch grad bestimmt, ach Madame bläst immer nur Trübsal. Tut se nicht. Mir gehts gut. Wieder. Es sind so die kleinen Momente, die mich momentan zum lächeln bringen. Gestern abend bin ich rausgegangen, ein Geburtstag stand an. Ich erzählte den Mädchen, die ich noch kein halbes Jahr kenne, mein ganzes Dilemma. Und als ich sagte: "Wie solls nur jetzt weitergehn?", da sagte eine: "Das kann ich dir sagen. Mit uns als Freundinnen gehts weiter". Und die Sonne ging wieder auf. Mir machts nicht mehr aus, dass der Schnee schmilzt. Soll er doch. Ich freu mich, die ersten Sonnenstrahlen auf dem Balkon einzufangen. Grad regnets draußen. Aber es wäscht doch alles wieder rein. Der ganze Schmutz wird abgespült. Und das ist besser, als einfach eine Schneedecke drüber zu legen. Was ich jetzt mache? Mich zurücklegen und Sitcoms schauen. Vielleicht gleich auch den Abwasch. Aber auf jeden Fall mit mir zusammen sein.
Dienstag, 4. Januar 2011
2011 wird mein Jahr. Von wegen.
Das neue Jahr ist vier Tage alt - und ich hab schon ne richtig dicke Depression. Meine Depressionen kann man sich etwa wie eine mittelstarke Erkältung sehen: Ich bin chronisch müde, wälze mich nachts bis in die frühen Morgenstunden herum, der Taschentuchverbrauch steigt extrem und mir schmeckt nichts mehr. Mir tut alles weh und ich nehm meine Umwelt nur noch so verschwommen war, wie Stimmen, wenn man grade aus dem Wasser auftaucht. Nicht angenehm, dass kann ich euch sagen. Leider kann ich euch nicht sagen, warum es mir so geht. Ich bin glaube ich vor lauter Sehnsucht ganz krank. Ich leide darunter, dass der Schnee anfängt zu tauen. Und dass es keinen Weihnachtsmarkt mehr gibt. Der Winter war so schön, so zauberhaft, und jetzt wo es anfängt zu tauen, kommt all der Dreck wieder zum Vorschein. Ich hab das Gefühl, ich hätte so schön geträumt. Und jetzt werd ich wach. Meine Wohnung sieht schrecklich aus. Mein Toaster liegt immer noch im Auto. Und Studiengebüren sind auch wieder fällig. Ihr merkt, mich kann nichts mehr zum Lachen bringen. Aber alles zum heulen. Machs gut, du fiese, graue Welt. Ich vergrab mich jetzt in meinem Bett.
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