Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.


„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin

Montag, 29. November 2010

Wo das Radio nur Lieder spielt die nach ihr klingen. Über die Musik und mich.

Es gibt Leute, die hören immer Musik. Egal was. In Geschäften läuft permanent das Radio. Manche kochen zu ihrer Windows-Media-Playlist. Oder bügeln. Ich dusche zur Musik, um unter der Dusche tanzen zu können. Hauptsache irgendwas kreischt im Hintergrund. Ist ja gesellig. Bei mir ist das eigentlich anders. Ich hab keine Playlist. Ich hör Musik nicht einfach so. Musik muss mich bewegen. Musik muss nach Gefühlen klingen, nach Menschen, die ich liebe, nach Situationen. Sie muss mich runterbringen, motivieren, mich zum lachen, tanzen, schreien, heulen bringen. In mir Erinnerungen wachrufen, neue Erkenntnisse zeigen, mir Spaß machen, mir den Kopf frei machen für das Wesentliche. Ich mag keine Alben, das einzelne Lied im richtigen Moment zählt. Ich mag kein besonderes Genre, ich mag nur das einzelne Lied rausgerissen aus seinem ganzen Umfeld. Und da kann das Schlimmste bei raus kommen. Darum sagen viele, mein Musikgeschmack ist grausig. Das ist falsch. Ich hab einfach keinen Musikgeschmack, da kann gar nix grausig sein. Ich orientiere mich nicht an Genren. Ich esse ja auch von einer Torte nicht nur die Marzipanschicht, dann weiß ich doch gar nicht, wie mir der Boden schmeckt. Vielleicht reagier ich ja auf den allergisch, vielleicht aber ist er ein ganz neuer oraler Orgasmus. Ein Lied muss mich bewegen oder mich zum bewegen bringen. Dann höre ich das Lied in der Endlosschleife.

Freitag, 26. November 2010

I'm driving home for erstes Adventswochenende.

Gestern hats geschneit in der Kaiserstadt. Und ich bin dick eingepackt durch den kleinen Schneesturm gehüpft.
Sogar mein Auto hat jetzt ein weißes Mützchen an. Ich brauch ne Christmasrockcd. Wenn es gleich nach Heim geht, läuft in meinem Kopf "And I'm driving home for chrismas!"

Ein schönes erstes Adventswochenende, nächste Woche fängt das "normale" Studentenleben wieder an.
Ihr lest mich Montag wieder! Bis dann.

P.S.: Wer hat schon nen Adventskranz? Und.. was für einen?

Donnerstag, 25. November 2010

Rotkäppchentraum.

via 3 suisses

Dieses Mäntelchen im knalligen Rot. Soll ich, oder soll ich nicht?


Von strahlenden Kinderaugen.

Ich mochte Kinder nicht. Ich fand sie knösig, laut und anstengend. Dann musste ich mit ihnen arbeiten. Und ich begann, sie mehr als alles andere zu lieben.

Gestern auf dem Weihnachtsmarkt: Ich fühl mich wie ein kleines Mädchen. Ich staune, schaue, betrachte, fühle. Das Glitzern des Christbaumschmucks und der Glanz der Edelsteine färbt auf meine Augen ab. Wie herrlich schön das Leben doch ist. Kälte streift durch den Mantel. Ich knöpf den obersten Knopf zu. Wärm mich an meinem Schokopunsch. Es nieselt. Egal. Meine Füße stecken ja trocken und warm in meinen heißgeliebten Stiefelchen. Um mich rum sind Pärchen, Freunde, Menschen. Keiner schaut grade unglücklich aus. Die Sorgen haben sie wie ihre Hände tief in die Manteltaschen vergraben. Die kommen heute Abend nicht zum Vorschein. Stofftiere. Ich imitiere ein paar Tiergeräusche. Am liebsten würde ich die ganzen Tierchen raus aus der Kälte mit in mein warmes Bett nehmen. Ich spür den Glühwein. Ein paar Leute lachen mit mir. Schön. Da strahle ich noch mehr. Eine Geruchslawine überollt mich: Krakauer, Glühwein, gebrannte Mandeln, Maronis. Ich erinner mich an den Maronimann und sein Öfchen. Wie ich im Kindergarten mit den Kindern das Buch gelesen habe. Ich muss noch mehr lächeln. Schön, so ein Ort voller Kindheit. Voller Fröhlichkeit, Unbeschwertheit, Seligkeit. Das wird eine schöne Vorweihnachtszeit.

Dienstag, 23. November 2010

Novembernebel.

Ich mag den November mit all seinen Launen. Wenn ich zum Frühdienst fahre und meine Scheiben beschlagen sind. Wenn es so früh dunkel wird und man sich dann schön ins Bett kuscheln kann. Wenn die Geschäfte umdekoriert werden und überall Lichter sind. Wenn man auf dem Weihnachtsmarkt den ersten Kakao mit Amaretto schlürft und gebrannte Mandeln nascht. Wenn über allem ein grauer, dicker Nebelschwall liegt und ich meine Mütze anziehen darf.Wenn man bei einem schlechten Tag alles auf eine unvermeidliche Winterdepression schieben darf. Wenn man den ganzen Tag die Jogginghose anlassen kann. Wenn man literweise leckeren Tee trinkt. Wenn die ersten Weihnachtspopsongs im Radio schmettern. Wenn die Wohnung im warmen Kerzenlicht so kuschelig wird. Wenn Schneeflocken einen leichten Flaum über das Balkongeländer rieseln. Wenn man wieder kreativ wird. Wenn man sich über kleine Geschenke gedanken macht. Wenn man die schlimmsten Tage im Jahr verplant. Ich mag den November. Mit all seinen Launen. Wie die Ruhe vor dem Sturm.


Wenn man auch mal ganz traurige Lieder hören darf. Wenn man dann dazu auch mal ein paar Tränen vergießen darf. Einfach so. Ich habe leider kein orginales Video der Band Juli gefunden, aber es geht ja um die Musik.

Irgendwann im November - MyVideo

Mittwoch, 17. November 2010

Horny Corny, Baby! Über den größten Glückspilz in der Kaiserstadt.

Ich lebe noch. Die letzte Woche war sehr schrecklich, fürchterlich und überhaupt ganz grauenvoll... aber ich bin zurück und voller Themen.

Mein Internet hat auch den Geist aufgegeben. Daher sitze ich in einer netten WG und muss (mal wieder) über den allerliebsten Mitbewohner meiner Freundin schmunzeln.
Corny ist wirklich ein sehr liebenswürdiger Mensch. Und er füllt auch gerne die Gewürzkarusselle anderer Mitbewohner mit seinen eigenen anderen Gewürzen. Und er isst so seltsame Dinge. Und betrinkt sich ständig. Aber Corny ist auch ein kleiner Glückspilz. Heute hat er sich beim Tatort als Komparse beworben. Und mal wieder Konzertkarten gewonnen. Nach der Kellyfamily ist auch mal was nettes dabei, Karten für Casper. Morgen. Köln. Ausverkauft. Corny kennt Casper leider nicht. Aber ich. Nur ich kann morgen nicht. Und daher muss jetzt ein Youtube-Clip reichen - und der kurze Text auch. Meine liebe Freundin ist ein wenig genervt, dass ich hier tippe. Und der Corny steht morgen früh auf - er hat nämlich eine Lerngruppe. Nebenberuflich ist er nämlich Medizinstudent.

Leider wird aus dem Casper-Clip nichts, der Corny hat nämlich beim Spülen einen Musikwunsch geäußerst!
Und "Das Krimskramskästchen" erfüllt jeden Musikwunsch!

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Dienstag, 9. November 2010

So take me as I am - This may mean you'll have to be a stronger man.

Ich habe auf Facebook ein nettes, kleines App ausprobiert. Und raus kamen lauter kleine Persönlichkeitseigenschaften, die ich auf Grund meines Sternezeichen haben soll.

Ich bin also,...

Energiegeladen

Das ist wahr! Ich bin ein richtiges Energiebündel. Das ist absolut gelogen, wir haben schon sehr spät und ich lümmel immer noch im Schlafanzug im Bett und schiebe eine wundervolle Winterdepression vor mich her.


Klug
Das ist ebenfalls wahr! Nur manchmal bin ich noch sehr naiv. Und manchmal auch etwas trottelig.


Fantasievoll
Auch wahr. Und das bedingungslos.

Witzig
Und wie witzig ich bin. Nur ich bin mir nicht immer sicher, ob die Menschen über meine Sprüche lachen oder über mich...  


Vielseitig
Das stimmt! Und engstirnig darf jeder mal sein.


Oberflächlich
Als ob! Manchmal!


Impulsiv
Pah. Ich doch nicht. Letztens habe ich jemanden in einer Frittenbüde` echt ne miese Szene gemacht, nur warum noch mal...


Unruhig
Ich bin die Ruhe selbst. Wieviele Begriffe sind das jetzt noch mal... Ich muss doch langsam durch sein...


Umständlich
Also wirklich. Ich? Man hätte mich beim Umzug erleben müssen...


Unentschlossen
 Ich weiß, was ich will. Nur manchmal verbringe ich 2 Stunden bei DM, weil ich mich zwischen zwei Lidschatten nicht entscheiden kann.


Und darum singe ich jetzt:
"I hate the world today
You're so good to me
I know but I can't change
tried to tell you but you look at me like maybe I'm an angel underneath
innocent and sweet
Yesterday I cried
Must´ve been relieved to see the softer side
I can understand how you'd be so confused
I don't envy you
I'm a little bit of everything
all rolled into one"

Schlafmütze.

Nachts, bevor ich einschlafe, rechne ich aus, wie lang ich noch schlafen kann.
Morgens, kurz vorm aufstehen, rechne ich aus, wann ich wieder ins Bett kann.

Montag, 8. November 2010

Von Luftschlössern und Sandburgen.

Für eine wunderschöne Braut.

Ich bin eine Träumerin. Ich träume jede Nacht, kurz vorm einschlafen, immer, was passieren könnte. Ich male mir Dinge in den schönsten Farben aus, bin die Drehbuchautorin meines eigenen Lebens. Ich habe Freunde, mit denen ich Luftschlösser bauen kann. Wo wir das Wörtchen "Wenn" vergessen. Aber Sandburgen bauen? War noch nie meins. Ich find Sand echt schön, nur es fällt mir schwer, ihn anzufassen. Hab ich auch bei Kreide. Ich glaube, dass das in der Fachsprache "taktile Überempfindlichkeit" heißt. Ist ja auch egal. Zudem... was ist schöner? Ein Luftschloss glitzert, funkelt, strahlt, ist frei, ist wunderbar. Eine Sandburg... ja, eine Sandburg ist ein Haufen Dreck. Sie hat nichts schönes an sich. Kein Glitzer, kein Funkeln, meistens noch einen Burggraben - von der großen Freiheit kann man also auch nicht sprechen. Das ist meine Ansicht. Und eines meiner größten Probleme.

Und daran möchte ich arbeiten. Ich möchte meine Luftschlösser zu Sandburgen verwandeln. Ich möchte meine Träume umsetzen können. Denn Träume kann man nicht leben, aber vielleicht in Sandburgen verwandeln. Und mit ein bisschen Glitzerpappe werden sie dann doch ganz wunderbar.

Donnerstag, 4. November 2010

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Passiert mir aber höchstselten!

Ich gehöre eigentlich zu den Leuten, die recht planlos durch die Gegend spazieren. Aber ich gehöre auch zu den Leuten, die immer ein bisschen mehr machen wollen, als sie eigentlich können. Und derzeit leide ich sehr darunter, dass alles zu kurz kommt und ich mich selbst ein wenig aus den Augen verliere. Ich hetze von Ort zu Ort, und komm doch nirgendwo wirklich an. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Aber auf Grund meiner knappen Zeit, versuche ich alles schön durchzuplanen. Ich hau mir die Termine um die Ohren und denke, der Tag wird anstrengend, aber du schaffst das. Dann ist es endlich erledigt. Jaja. Denkste. Irgendwie sind momentan alle viel planloser als ich zu meinen chaotischsten Zeiten. Und schmeißen meine Pläne um. Und dann werde ich wütend.


Viele Menschen zeigen Wut durch Schreien, ich heule erst mal aus lauter Grell. Und das tu ich jetzt erst einmal ausgiebig.

Dienstag, 2. November 2010

Beschlagene Fenster

"Und Fynn sagt deshalb nämlich, daß alle Menschen zwei verschiedene Arten von Fenstern haben: die Augenfenster, davon haben sie zwei, und das Herzfenster, davon hat jeder nur eins. Die Augenfenster sind da, um rauszugucken, und das Herzfenster ist da, um nach innen reinzugucken. Wenn man weint, sagt Fynn, dann ist das nicht nur wegen dem Traurigen. Es ist auch dafür, dass man mal die Augenfenster putzen muß.Wenn sie dann sauber geworden sind von den Tränen, kann man besser durchgucken, und dann ist die Welt wieder viel heller als vorher.