Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.


„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin

Donnerstag, 25. November 2010

Von strahlenden Kinderaugen.

Ich mochte Kinder nicht. Ich fand sie knösig, laut und anstengend. Dann musste ich mit ihnen arbeiten. Und ich begann, sie mehr als alles andere zu lieben.

Gestern auf dem Weihnachtsmarkt: Ich fühl mich wie ein kleines Mädchen. Ich staune, schaue, betrachte, fühle. Das Glitzern des Christbaumschmucks und der Glanz der Edelsteine färbt auf meine Augen ab. Wie herrlich schön das Leben doch ist. Kälte streift durch den Mantel. Ich knöpf den obersten Knopf zu. Wärm mich an meinem Schokopunsch. Es nieselt. Egal. Meine Füße stecken ja trocken und warm in meinen heißgeliebten Stiefelchen. Um mich rum sind Pärchen, Freunde, Menschen. Keiner schaut grade unglücklich aus. Die Sorgen haben sie wie ihre Hände tief in die Manteltaschen vergraben. Die kommen heute Abend nicht zum Vorschein. Stofftiere. Ich imitiere ein paar Tiergeräusche. Am liebsten würde ich die ganzen Tierchen raus aus der Kälte mit in mein warmes Bett nehmen. Ich spür den Glühwein. Ein paar Leute lachen mit mir. Schön. Da strahle ich noch mehr. Eine Geruchslawine überollt mich: Krakauer, Glühwein, gebrannte Mandeln, Maronis. Ich erinner mich an den Maronimann und sein Öfchen. Wie ich im Kindergarten mit den Kindern das Buch gelesen habe. Ich muss noch mehr lächeln. Schön, so ein Ort voller Kindheit. Voller Fröhlichkeit, Unbeschwertheit, Seligkeit. Das wird eine schöne Vorweihnachtszeit.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen