Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.


„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin

Freitag, 31. Dezember 2010

You are a firework.

Frohes Neues. Ich wünsch euch von ganzem Herzen ein wunderschönstes Jahr, mit einem ordentlichen Gefühlscrash. Wenn der auf sich warten lässt, sowas kann einem auch noch Silvester passieren. Ich sollte aufhören, so persönlich zu werden. Das wäre ein Vorsatz. Komisch. Bevor ich das Postingregister zog, wollte ich euch schreiben, dass mein Vorsatz ist, so zu bleiben wie ich bin. Feiert schön.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Cogito ergo sum.

Eine ganz tolle Person hat am 1.1. Geburtstag und weil er sich am meisten drüber freut, hab ich ihm ein Bild gemalt. Richtig kreativ bin ich geworden.

Hier ist das Meisterwerk, und ich kann es getrost posten, da er meinen Blog zwar kennt, aber eh schon längst wieder vergessen hat:


Ich bin recht zufrieden damit, nur das Foto ist Müll, auf Grund meiner blöden Handykamera. Aber ich hab gehört, dass Fotos meinen Blog aufpolieren würden - und man soll ja seinen Lesern auch was bieten. Und ach ja, ich finde es beachtlich, dass ich mal wieder was lateinisches schreibe. Meine vorletzte Lateinklausur habe ich mit ner aalglatten 6 vollendet und die letzte, naja, da stand auf dem Bogen nur "Dabei sein ist alles". Heeey, ich war jung und zwei Freistunden waren ne ganze Menge.

"Cogito ergo sum" ist von dem Herrn Descartes, nem Philosphen, der aber nicht aus der Antike stammt. Eigentlich ist dieser Grundsatz im Orginal auf Fränzösisch. Aber da ich mit dieser Sprache noch viel größere Probleme hatte, hab ich mir das gleich gespart. Ach, was das heißt? Tja. Ich denke, also bin ich. Ist die Ansichtssache des Zubeschenkenden. Ich denk mir da eher, man sollte auch mal aufs Denken verzichten, denn sein ist nicht alles. Sein ist eher passiv. Und um mal richtig zu leben, sollte man mal das Denken übergehen. Und das reimt sich. Und schon der große Philosoph Pumuckel wusste: "Was sich reimt ist immer gut". Ich geh morgen ne neue Leinwand kaufen und mal das auch mal. Und hängs mir in die Küche.

Montag, 27. Dezember 2010

Die kleine Küchenfee und Silvester

Seit dem ich in meiner eigenen Wohnung wohne, habe ich etwas recht bemerkenswertes entdeckt. Hinter dem Herd bin ich eine kleine Göttin in einer pink-weiß gepunkteten Schürze. Und da meine Freunde doch diese kleine Begabung sehr genießen, wollte ich am Jahresabschlusstag mal richtig auftrumpfen. Wie meine Oma stundenlang in der Küche stehen. Aber ich weiß halt absolut nicht was ich kochen soll. Auf so traditionelles Essen wie Braten oder so hab ich keine Lust, weil ich das selbst nicht mag. Nudeln sind aber irgendwie uncool. Und Raclette - erstens hab ich keines, zweitens kann ich keins besorgen und drittens würde das ja auch nicht von meiner Kochkunst zeugen. Darum stürz ich mich jetzt in meine Kochbücher und in verschiedene Internetforen. Hat irgendjemand eine Idee?

SMS von gestern Nacht und das Leben als Rummelplatz.

Ja, ich schreibe nachts SMS.
Ja, ich schreibe nachts SMS, wenn ich nicht mehr klar bei Kopf bin.
Ja, meistens neige ich dabe, zu großen Metaphern.

Aber sowas ist mir noch nie passiert:

‎"(19:56) Ich bin der kleinste Rummelplatz der Welt. Meine Stimmung fährt Achterbahn, meine Gefühle Karussel, mein Hirn steckt in der Geisterbahn fest, min Herz foltert die Hüpfburg, mein Schwanz steht mit fettem Grinsen an der Schießbude und fragt, ob er nochmal darf, und alles weitere entscheidet sich an der Losbude. Super!"

Die super Homepage www.sms-von-gestern-nacht.de hat mir hiermit nun schon den Tag versüßt. Wie wahr, wie wahr.

Und nen richtig schlechten, passenden Song hab ich dazu auch in Petto. Kommt aber beim Autofahren immer geil. Besonders im Sommer. Den ich doch bitte nach Silvester erwarte.

Samstag, 25. Dezember 2010

Leise rieselt der Schnee.

Frohes Fest! Euch allen ganz tolle Weihnachten.


Ich bin daheim. Das kleine Kaff, in dem ich groß geworden bin, erstickt unter dieser wahnsinnigen Schneedecke. Strecken, für die ich normalerweise 5 Minütchen brauche, kosten mich eine halbe Stunde. Ich mag wie der Schnee so dick auf den Ästen liegt. Dass die anderen Autos so langsam fahren. Wenn morgens früh um halb sechs die Leute schon Schnee schöppen und ich nicht allein auf der Welt bin. Und überall ist diese dicke weiße Decke, die bei jedem Sonnenstrahl mit den schönsten Diamanten um die Wette glitzert. Den ganzen grauen Dreck sieht man nicht mehr. Selbst die Autobahn weckt romantische Gedanken. Der Schnee ist ein bisschen wie Weihnachten. Durch den ganzen Tumult wird die Wirklichkeit nicht mehr sichtbar. Wir versuchen, alles einfach zu übertuschen. Manche Leute mögen Weihnachten deswegen nicht. Scheinheiligkeit und so. Sollen sie doch. Manchmal ist es schön Dinge tot schweigen zu können, unsere Wut mit Freude zu überspielen, für ein paar Stunden zufrieden sein. Würden wir es immer machen, hätten wir irgendwann ne Depression. Machen wir es nur einen Monat im Jahr, können wir wenigstens erahnen, wie schön das Leben sein könnte.

In diesem Sinne, wünscht das Krimskramskaestchen euch weiße Weihnachten!

Euer Unschuldsengel Miri;)

Dienstag, 21. Dezember 2010

19-Jährige Studentin in der Kaiserstadt verschwunden.

Tja, diese oder ähnliche Schlagzeile hätte man wohl bald geschaltet. Und nein, das Krimskramskästchen ist nicht tot, wie man schon meinte. Mein PC wars. Aber wie jeder gute Schurke ist der von den Toten auferstanden und da sind wir wieder. Es tut mir wirklich leid. Aber so ein paar Wochen Abstinenz vom WorldWideWeb waren doch recht spannend. Gelebt hab ich in der Zwischenzeit. Und das nicht zu knapp. Ich werde niemals mehr vier Tage vor Weihnachten durch die Stadt rasen um Geschenke zu kaufen. Ich werde nie mehr bei Schneestürmen mit meinem alten rosa Fiesta über die Autobahn fahren. Kakao ohne Schuss kann auch willenlos machen. Man kann mit Rabattgutscheinen soviele Menschen glücklich machen. Ich sollte öfter durch meine Wohnung tanzen, aber die Vorhänge zuziehen. Das Stadtsinglefrauleben ist sau gefährlich und bringt mich in immer schlimmere Situationen. Ich hab einen neuen Rekord im Anziehen und Treppen runtersprinten aufgestellt. Das Studentenleben hat mich voll im Griff. Und ich studier zwar Soziale Arbeit, aber irgendwo hörts auch bei mir auf. Ihr merkt, das Leben hat mich in den letzten Wochen hart erwischt. Ich habs genossen. Und jetzt werd ich so viel posten, bis mir die Finger bluten, um das Kästchen wieder voll zu kriegen.

Und aus gegebenen Anlass, werde ich zu diesem Lied übers Pakett hüpfen und an meinen sehr hübschen Nachbarn denken, der mich und meinen Fifi eben den Teufelsberg vor unserer Platte hochschieben wollte.

Montag, 6. Dezember 2010

Über Abschied.

6.
Dieser Post ist zwar im Adventskalender. Aber er gehört einem Menschen. Einem Menschen, der sich gerade am anderen Ende der Welt befindet. Sie ist weg, weg, und ich bin wieder allein, allein. Du hast dich so darauf gefreut und doch war der Abschied so, als würde etwas bevorstehen, was keiner will. Freundschaft bedeutet, dass man den anderen nie mehr gehen lassen möchte. Wahre Freundschaftet bedeutet loslassen. Ich lass dich ziehen, mit dem Wissen, dass du zurück kommst. Ich lass dich Erfahrungen sammeln, neue Freundschaften finden, deinen Horizont erweitern. Ich lass dich gehen, weil ich weiß, dass wir es danach wieder gemeinsam tun. Wir haben beide Angst uns zu verändern, aber wir sollten uns darüber freuen, uns weiter zuentwickeln. Wir haben Angst uns auf der Straße nicht mehr wiederzuerkennen. Aber unser Lachen wird das gleiche bleiben. Mach es gut. Ich weiß, du wirst es besser machen, als ich es vermuten kann. Ich glaub an dich.


Sonntag, 5. Dezember 2010

Unzuverlässigkeit und dummes Gerede aus mangelnden Zeitgründen.

Heute gibts zwei Türchen aufeinmal, warum erkläre ich im folgenden

4.
Nicht ich bin unzuverlässig, weil ich gestern nichts geschrieben habe. Mein Auto ist es. Mein heißgeliebter rosaner Fiesta verträgt die Kälte nicht - Batterie kaputt!

5.
Ich bin grad am Pc meiner Schwester, die gerade Bügelperlen entdeckt. Durch unsere niederländische Wurzeln war nämlich heute der Sinter Klaas da und hat mir neues Besteck und eine Wimperntusche gebracht. Leider bin ich ein bisschen im Stress, im Türchen ist ein Musikvideo versteckt. Entschuldigt mich. Dafür ist es ein ganz typisches Miri-fährt-auf-Trashpop-ab-Video! Yeah

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Geborgenheit.

3.
Heute gibt es etwas aus fremder Feder. Ein wundervolles Zitat aus einem wundervollen Buch einer wundervollen Autorin. Ildiko von Kürthy schreibt Geschichten, in denen sich jede Frau irgendwo so sehr wiederfindet, dass sie aus dem Nachdenken nicht raus kommt, und in dem jeder Mann oder die Spezies, die sich dazu zählt, einen Einblick in die Gedanken einer Frau bekommt. Ganz unverschämt und unzensiert - aber wahrheitsgetreuer als manche Dailysoap oder Sitcom.

"Was für ein schönes Gefühl:  
Du schließt leise, um ihn nicht zu wecken, die Haustür auf.
Schleichst auf Seidenstrümpfen ins Bad
zum Zähneputzen und Abschminken.
Deine Haare, dein Kleid riechen nach Zigarettenrauch,
du hast Wein getrunken, hast ein wenig geflirtet
und zusammen mit deiner besten Freundin so getan,
als wärt ihr siebzehn, unstillbar neugierig auf fremde Küsse.
Hast blonde Männer etwas länger angesehen als nötig
und gekichert wie ein Teenager,
weil sie dir einen Drink ausgegeben haben.
Du hast ein Spiel gespielt, das du nicht verlieren konntest,
hast so getan, als seist du auf der Suche,
obwohl du deinen Schatz längst gefunden hast.
Hast Männern zweideutige Lächeln geschenkt.
Hast viele beeindruckt, weil du niemanden beeindrucken musstest.
Und dann kommst du nach Hause,
an einem späten Abend, an dem vieles möglich gewesen wäre,
ziehst deinen Schlafanzug an, der nach Lenor riecht.
Gehst barfuß leise ins Schlafzimmer.
Kriechst unter deine Bettdecke.
Er hat sie für dich aufgeschüttelt.
Und dann hältst du den Atem an,
um seinen Atem zu hören.
Seinen Schlaf-Atem. Regelmäßig und tief.
Hin und wieder mit einer sanften Schnarchbeimischung,
die um diese Zeit dein Herz so rührt,
dass dir Tränen in die Augen steigen im dunklen Zimmer.
Und dann raschelst du laut mit der Bettdecke,
hustest ein bisschen,
und schiebst deinen Fuß rüber auf seine Seite,
um ihn heftig, aber gerade noch sanft genug gegen die Wade zu treten,
um nachher behaupten zu können,
du hättest dich lediglich im Schlaf bewegt.
Weil, wenn er dann halbwegs aufwacht,
geschieht das Wunderbare:
Dann tastet er nach dir, zieht dich an sich,
auf seine Seite, in seine Arme,
an seine Brust, die der schönste Ort der Welt ist,
grunzt irgendetwas Unverständliches,
was nichts zur Sache tut,
aber sehr, sehr freundlich klingt,
und legt seine Wange in die kleine, stets warme,
stets duftende Vertiefung zwischen
deinem Hals und deiner Schulter
und schläft wieder ein.
Und du fühlst dich zu Hause
und geborgen vor allem Übel,
getröstet von allem Kummer,
befreit von allen Sorgen.
Es gibt nichts Besseres als Liebe. Das ist so."

(Auszug aus Ildiko von Kürty "Herzsprung", erschienen im Wunderlichverlag)

Anm.: Ich besitze natürlich keinerlei Urheberrechte an diesem Auszug.

Dieses wundervolle Lied habe ich gestern auf dem Blog von "We are dreamdancer" gefunden. Ein bisschen Gänsehaut für den 3. Dezember. Kuschelt euch tief in eure Decken und macht euch nen Tee, das kann besser sein, als die wildeste Partynacht.

Von Vorfreuden und bitteren Enttäuschungen.

2. 
Weihnachtszeit. Vorfreude liegt in der Luft. Und zwar mit so einer hohen Konzentration, dass man die Luft schon in Stücke schneiden kann. Dick und aufgebläht wabbert sie wie ein tief grauer Nebel über unsere Straßen, Fußgängerzonen, Autobahnen. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Aber auch wenn wir noch ganz am Anfang der wohl gefühlsduseligsten Zeit des Jahres sind, beschäftige ich mich mit der Frage, was kommt nach der Vorfreude? Im Fall A die Freude. Man freut sich wie ein Schneemann. Alles super, alles nice. Im Fall B die Enttäuschung. Und die kann oft so wehtun, dass man sich einbildet, sich nie mehr freuen oder vorfreuen zu können.Da sitzen wir also mit unserer Enttäuschung im Arm. Enttäuschung ist ein Zustand, in dem wir alle negativen Gefühle nochmal so richtig spüren können. Trauer, Wut, manchmal auch Angst. Aber Enttäuschungen haben auch ihre schönen Seiten. Nichts stärkt unsere Hoffnung, dass alles wieder gut wird, mehr als eine bittere Enttäuschung. Es kann ja schließlich nicht mehr schlimmer kommen. Egal was passiert, es wird besser. Manchmal ist unsere Hoffnung dann auch wieder so groß, dass daraus eine Vorfreude entspringt. Huch. Ist das hier etwa ein Kreislauf? Aus Vorfreude folgt Enttäuschung daraus wiederum Hoffnung daraus wiederum Vorfreude? Wäre das Leben so gestrickt, wäre das eine bittere Enttäuschung. Aber wir können ja noch Hoffnung haben...

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Adventskalender.

Alle schon n Türchen oder n Päckchen oder n Säckchen oder n Schächtelchen geöffnet?
Nicht? Für alle, die dieses Jahr keinen Adventskalender haben oder denen einer nicht reicht, die dürfen ab jetzt jeden Tag ein Kästchen öffnen. Nämlich das "Krimskramskästchen" in ihrem Browser! Ich hab mir fest vorgenommen, jeden Tag einen besonders liebevollen Post zu schreiben. Vielleicht gibts manchmal auch nur nen schönen Text, den ich grad finde, oder ein Lied oder einen Denkanstoss, aber alles mit ganz viel Liebe!

1.

Von Türen.

Ich habe eben das erste Türchen meines Kalenders geöffnet und mir das Stückchen Schokolade ganz unverschämt in den Mund gesteckt. Ich mag diese Weihnachtsschokolade besonders gerne. Die hat zwar nicht grad den höchsten Kakaoanteil, ist nicht superbio, aber sie schmeckt nach Kindheit. Ich hab das Türchen offen gelassen, da kann man das Motiv dahinter auch sehen. Im Leben ist das nicht immer so. Türen haben die Angewohnheit, sich schneller wieder zu schließen, als wir sie aufbekommen haben. Manche Türen bleiben uns immer verschlossen. Manche Türen sind für uns aber auch immer offen. Manche Türen sind erst dann offen, wenn andere sich geschlossen haben. Ist auch manchmal bei Menschen und ihren Herzen so.  Das sind auch irgendwie Türen. Türen mit Fensterglas. Unser ganzer Weihnachtskram wird nur zelebriert, weil irgendjemand einem Paar die Tür nicht geöffnet hat.Wir wandern durch so viele Räume mit sovielen Türen. Immer müssen wir neue öffnen. Manchmal habe ich da keine Lust zu. Manchmal möchte ich mich für keine Tür entscheiden, weil ich eh hinter allen einen Zonk und keinen Traumwagen erwarte. Manchmal möche ich keine Türen öffnen, weil ich mich grad in dem Raum so wohl fühle. Manchmal hämmer und klopfe ich solange an einer Türe, schreie, trete dagegen, nur es tut sich nichts. Irgendwann finde ich mich damit ab, und will einfach in dem Raum bleiben, gar nichts anderes probieren. Dann geht doch mit geheimnisvollem Knarzen eine andere Tür auf. Manchmal mach ich auch Türen auf. Manchmal hör ich das Gehämmer und Geschreie dahinter. Manchmal die freudigen Schritte, die auf die Tür zulaufen. Ich sollte öfters Türen für andere öffnen. Vielleicht öffnen sie mir auch mal eine.