2.
Weihnachtszeit. Vorfreude liegt in der Luft. Und zwar mit so einer hohen Konzentration, dass man die Luft schon in Stücke schneiden kann. Dick und aufgebläht wabbert sie wie ein tief grauer Nebel über unsere Straßen, Fußgängerzonen, Autobahnen. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Aber auch wenn wir noch ganz am Anfang der wohl gefühlsduseligsten Zeit des Jahres sind, beschäftige ich mich mit der Frage, was kommt nach der Vorfreude? Im Fall A die Freude. Man freut sich wie ein Schneemann. Alles super, alles nice. Im Fall B die Enttäuschung. Und die kann oft so wehtun, dass man sich einbildet, sich nie mehr freuen oder vorfreuen zu können.Da sitzen wir also mit unserer Enttäuschung im Arm. Enttäuschung ist ein Zustand, in dem wir alle negativen Gefühle nochmal so richtig spüren können. Trauer, Wut, manchmal auch Angst. Aber Enttäuschungen haben auch ihre schönen Seiten. Nichts stärkt unsere Hoffnung, dass alles wieder gut wird, mehr als eine bittere Enttäuschung. Es kann ja schließlich nicht mehr schlimmer kommen. Egal was passiert, es wird besser. Manchmal ist unsere Hoffnung dann auch wieder so groß, dass daraus eine Vorfreude entspringt. Huch. Ist das hier etwa ein Kreislauf? Aus Vorfreude folgt Enttäuschung daraus wiederum Hoffnung daraus wiederum Vorfreude? Wäre das Leben so gestrickt, wäre das eine bittere Enttäuschung. Aber wir können ja noch Hoffnung haben...
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