Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.


„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Adventskalender.

Alle schon n Türchen oder n Päckchen oder n Säckchen oder n Schächtelchen geöffnet?
Nicht? Für alle, die dieses Jahr keinen Adventskalender haben oder denen einer nicht reicht, die dürfen ab jetzt jeden Tag ein Kästchen öffnen. Nämlich das "Krimskramskästchen" in ihrem Browser! Ich hab mir fest vorgenommen, jeden Tag einen besonders liebevollen Post zu schreiben. Vielleicht gibts manchmal auch nur nen schönen Text, den ich grad finde, oder ein Lied oder einen Denkanstoss, aber alles mit ganz viel Liebe!

1.

Von Türen.

Ich habe eben das erste Türchen meines Kalenders geöffnet und mir das Stückchen Schokolade ganz unverschämt in den Mund gesteckt. Ich mag diese Weihnachtsschokolade besonders gerne. Die hat zwar nicht grad den höchsten Kakaoanteil, ist nicht superbio, aber sie schmeckt nach Kindheit. Ich hab das Türchen offen gelassen, da kann man das Motiv dahinter auch sehen. Im Leben ist das nicht immer so. Türen haben die Angewohnheit, sich schneller wieder zu schließen, als wir sie aufbekommen haben. Manche Türen bleiben uns immer verschlossen. Manche Türen sind für uns aber auch immer offen. Manche Türen sind erst dann offen, wenn andere sich geschlossen haben. Ist auch manchmal bei Menschen und ihren Herzen so.  Das sind auch irgendwie Türen. Türen mit Fensterglas. Unser ganzer Weihnachtskram wird nur zelebriert, weil irgendjemand einem Paar die Tür nicht geöffnet hat.Wir wandern durch so viele Räume mit sovielen Türen. Immer müssen wir neue öffnen. Manchmal habe ich da keine Lust zu. Manchmal möchte ich mich für keine Tür entscheiden, weil ich eh hinter allen einen Zonk und keinen Traumwagen erwarte. Manchmal möche ich keine Türen öffnen, weil ich mich grad in dem Raum so wohl fühle. Manchmal hämmer und klopfe ich solange an einer Türe, schreie, trete dagegen, nur es tut sich nichts. Irgendwann finde ich mich damit ab, und will einfach in dem Raum bleiben, gar nichts anderes probieren. Dann geht doch mit geheimnisvollem Knarzen eine andere Tür auf. Manchmal mach ich auch Türen auf. Manchmal hör ich das Gehämmer und Geschreie dahinter. Manchmal die freudigen Schritte, die auf die Tür zulaufen. Ich sollte öfters Türen für andere öffnen. Vielleicht öffnen sie mir auch mal eine.

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