Das Krimskramskästchen
Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.
„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin
„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin
Sonntag, 24. Juli 2011
Der Kartenhauseffekt.
Ich beherrsche Poker, Skat oder so nicht. Bei Mau-Mau muss man mir immer wieder die Regeln erklären. Aber mit einem Kartenspiel kann man auch träumen und die schönsten Schlösser bauen. Jeder Schritt, jeder Kartenstein bedeutet äußerte Konzentration, Planung und Ruhe. Stein auf Stein. Karte auf Karte. Und wenn es dann fertig ist, ist es doch ein ganzer Stolz. Plötzlich geht das Fenster auf. Jemand zieht die unterste Karte weg. Irgendwer stößt an den Tisch. Oder du selbst musst mal ausatmen. Und es zerfällt.
Mittwoch, 20. Juli 2011
Totgeglaubte Leben länger.
Ich muss ungefähr 8 Jahre gewesen sein. Ich aß jeden Morgen ein holländisches Rosinenbrötchen. Ich aß in der großen Pause ein holländisches Rosinenbrötche. Und ich aß auch Mittags ein holländisches Rosinenbrötchen. Irgendwann hat mich meine Stiefmutter gefragt, warum ich die Rosinenbrötchen nicht mehr einpacke? Ich hätte doch so gerne Rosinenbrötchen, und jetzt würde ich sie nicht mehr essen. Was soll das denn? Da kauft sie die, und ich esse sie nicht. Die Erklärung ist simpel. Ich hatte die Nase voll von Rosinenbrötchen, insbesondere holländischer Rosinenbrötchen. Und lange Zeit habe ich auch keines mehr gegessen.
Das Rosinenbrötchen-Phänomen kenn ich auch aus anderen Lebensbereichen und irgendwann muss man dem ganzen halt ein Ende setzen und die Rosinenbrötchen, die große Liebe oder den Arbeitsplatz link liegen lassen. Das ist Fortschritt. Aber wie rappte Max Herre?
"Manchmal tut einem Leid das mans immer erst rückblickend weiß,
das ist der übliche Kreis, man schätzt nicht mehr was man hat,
bis man merkt was man hat, kriegt man nicht mehr was man mag."
das ist der übliche Kreis, man schätzt nicht mehr was man hat,
bis man merkt was man hat, kriegt man nicht mehr was man mag."
Und daher esse ich auch wieder gerne Rosinenbrötchen, und besonders gerne die holländischen.
Ich hoffe, die paar Leute, die meinen Blog noch lesen oder verfolgen, wissen was das hier heißt, der Blog nun anders aussieht und das dies das Gegenteil eines Abschiedsbriefes ist.
Donnerstag, 19. Mai 2011
Hyper Real
Würde ich mich selber malen,
dann würde ich mich im Weichzeichner verlieren.
Mich in warmen Farben malen.
Mit Lächeln.
Mit Augen, die strahlen.
Nicht nur das Schönste betonen, mich darauf beschränken,
nur das Wesentliche zeigen.
Alles ins rechte Licht rücken.
Alles ein wenig besser machen.
Nur das Schönste tragen.
In einem Moment sein,
in dem ich einzigartig bin.
Einzigartig schön.
Schon fast Perfekt.
Nicht fast.
Perfekt.
Einzigartig Perfekt.
Keine störrischen Haare,
kein Gramm zu viel,
kein fieses Lachen.
Und so verlier ich mich.
In mich,
die ich gar nicht bin,
aber mich doch so male,
so danach strebe,
so gesehen werden möchte.
Ich beschränke mich auf das Wesentliche.
Auf das Perfekte.
Ich bin gemalt.
Ich bin perfekt.
Und ich stehe still.
Keine störrischen Haare,
kein Gramm zuviel,
kein fieses Lachen.
Kein herzliches Lachen.
Keine Haare im Wind.
Einfach still.
Anm.: Das ganze war eine kleine Exkursion meines "Kreatives Schreiben"-Seminars. Hingehen. Lohnt sich.
dann würde ich mich im Weichzeichner verlieren.
Mich in warmen Farben malen.
Mit Lächeln.
Mit Augen, die strahlen.
Nicht nur das Schönste betonen, mich darauf beschränken,
nur das Wesentliche zeigen.
Alles ins rechte Licht rücken.
Alles ein wenig besser machen.
Nur das Schönste tragen.
In einem Moment sein,
in dem ich einzigartig bin.
Einzigartig schön.
Schon fast Perfekt.
Nicht fast.
Perfekt.
Einzigartig Perfekt.
Keine störrischen Haare,
kein Gramm zu viel,
kein fieses Lachen.
Und so verlier ich mich.
In mich,
die ich gar nicht bin,
aber mich doch so male,
so danach strebe,
so gesehen werden möchte.
Ich beschränke mich auf das Wesentliche.
Auf das Perfekte.
Ich bin gemalt.
Ich bin perfekt.
Und ich stehe still.
Keine störrischen Haare,
kein Gramm zuviel,
kein fieses Lachen.
Kein herzliches Lachen.
Keine Haare im Wind.
Einfach still.
Anm.: Das ganze war eine kleine Exkursion meines "Kreatives Schreiben"-Seminars. Hingehen. Lohnt sich.
Dienstag, 3. Mai 2011
Himmlisches Kind.
Ich gehöre wohl zu den wenigen weiblichen Menschen, die es lieben, wenn der Wind durch die Haare weht, durch mein Gesicht streicht, mich kurz schaudern lässt. Schon als Kind, war ich vom Wind fasziniert. Wie er diese Butterbrottütchen über den Schulhof tanzen lässt. Wie er abends das Windspiel vor der Haustüre meiner Großmutter zum singen bringt. Wie er die Bäume so aufgeregt rascheln lässt. Wind bringt etwas in Bewegung. Wind ist Aufschwung. Wind ist Kraft. Wind ist Leben. Es geht mir nicht gut, wenn die Luft so faul und stickig ist, dass ich sie fast schneiden kann, dass sie zum Atmen viel zu warm ist. Ich werde so schläfrig, so träge, mir fehlt der Antrieb. Ich brauch den Wind. Wind ist Antrieb. Wind bringt etwas in Bewegung. Wind ist Aufschwung. Wind ist Kraft. Wind ist Leben. Ich schätze es nicht, allein zu sein. Nicht dieses eine, schöne Allein. Dieses unbewegliche Einsam. Ich werde so unbeweglich, so starr, mir fehlt der Stoß. Ich brauche den Wind. Wind ist Kommunikation. Wind ist Antrieb. Wind bringt etwas in Bewegung. Wind ist Aufschwung. Wind ist Kraft. Wind ist Leben. Meine Mühlen mahlen zu langsam, wenn mir der Wind fehlt. Ich bin ganz schwach. Ich brauche den Wind. Wind ist Stärke. Wind ist Kommunikation. Wind ist Antrieb. Wind bringt etwas in Bewegung. Wind ist Aufschwung. Wind ist Kraft. Wind ist Leben.
Und heute? Heute hab ich ihn gespürt. Den Wind. Wie er mich trägt, wie er mich stupst, wie er mich drängt, wie er mich stößt, wie er mich dreht. Wie er mich sanft berührt. Wie er mich sanft bewegt. Heute war ein guter Tag. Ich hab den Wind in den Haaren gespürt. Heute war ein sehr guter Tag.
Und heute? Heute hab ich ihn gespürt. Den Wind. Wie er mich trägt, wie er mich stupst, wie er mich drängt, wie er mich stößt, wie er mich dreht. Wie er mich sanft berührt. Wie er mich sanft bewegt. Heute war ein guter Tag. Ich hab den Wind in den Haaren gespürt. Heute war ein sehr guter Tag.
Montag, 2. Mai 2011
Für eine handvoll Menschen.
Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich die Menschen um mich scharen sollte, die mir in erster Linie gut tun. Mit gut tun meine ich nicht diese Gute-Laune-Menschen, ich meine damit diese Leute, in deren Anwesenheit du mal deinen Kopf ausklinken kannst und dich wohl fühlst. Die dir ein Stückchen Sicherheit geben, ohne dich abhängig zu machen. Die dich halten können, ohne dich zu erdrücken. Die dich zum lachen bringen, wenn du weinst. Denen es aber auch schlecht geht, die sich an dich lehnen, ohne dich mit zu ziehen. Die du gerne hälst. Egal, wie es dir geht. Oder ihnen. Man begreift das erst, wenn man so jemanden findet. Und dann sollte man aufhören, traurig zu sein.
Mittwoch, 6. April 2011
Kreatives Schreiben II 2/3: Hora Cero
Die Angst ist ein seltsames Gefühl. Wenn es dunkel wird, schleicht sie herum. Schaudern. Magenschmerzen. Ekel. Und doch so bittersüß und herrlich. Die Angst ist ein Rummelplatz. Eine Geisterbahn. Eine Freakshow. Du zitterst, du fürchtest um dein Leben und doch fasziniert sie dich, sie umgarnt dich mit ihrem Duft. Blut und Zuckerwatte. Genieß jeden Moment. Adrenalin fließt durch deinen Körper wie grünes Gift, wie eine Droge, du verfällst in Wahnvorstellungen. Oder Hoffnung. Das weißt du nicht. Die Angst umarmt dich wie eine Geliebte. Denn du lebst.
Dienstag, 5. April 2011
Kreatives Schreiben II. Part 1/3 - Laufen.
Laufen, rennen, nicht stehen bleiben. Lauf! Lauf! Lauf! Schau dich nicht um! Lauf! Lauf! Schau nicht nach rechts. Lauf! Lauf! Schau nicht nach links. Stop. Will ich das? Schneller als die Zeit sein, die von Tag zu Tag schneller wird? Jede Sekunde wird kürzer. Jede Stunde gleicht einer Sekunde. Aber ich muss doch laufen, das Leben wartet nicht auf mich. Ganz genervt steht es da, mit dem Blick nervös auf die Uhr. Jede Sekunde wird kürzer. Jede Stunde gleicht einer Sekunde. Ich laufe, lauf mich in einen Rausch, es gibt kein links, kein rechts, erst noch verschwommene Gestalten. Aber wie ein tüchtiges Rennpferd trag ich Scheuklappen. Schneller, schneller. Ich fang an zu schwitzen, zu keuchen. Ich kann nicht mehr. Ich bleib stehen. Seitenstiche. Das Leben läuft weiter, nimmt keine Rücksicht, will gewinnen. Ich schaue zurück. In der Ferne kann ich mein Ich erkennen, wie es da steht, ganz ängstlich, mit geschlossenen Augen, es hält sich die Ohren zu. Ich muss zurück gehen, es abholen, mitnehmen, beschützen. Aber meine Beine tragen mich nicht mehr.
Wir waren heute im Seminar sehr fleißig und ich habe drei Texte geschrieben. Sie enstanden alle unter Einwirkung von Musik, ein sehr spannendes Experiment. Ich werd die Texte stückeln, da sie im Zusammenhang keinen Zusammenhang haben. Was habt ihr vor Emotionen bei diesem Lied?
Wir waren heute im Seminar sehr fleißig und ich habe drei Texte geschrieben. Sie enstanden alle unter Einwirkung von Musik, ein sehr spannendes Experiment. Ich werd die Texte stückeln, da sie im Zusammenhang keinen Zusammenhang haben. Was habt ihr vor Emotionen bei diesem Lied?
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