Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.


„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin

Montag, 28. Februar 2011

Offline?! Sollte das Krimskramskästchen vorübergehend nicht aufrufbar sein? Oder ganz dicht machen?

168 Klicks im Monat Febuar.
Das ist erschreckend wenig. Und warum? Ich habe mein Blog diesen Monat ziemlich vernachlässigt, so wenige Posts gab es noch nie. Und warum? Es war ein sehr anstrengender, müde machender Monat. Und heute war endlich Tag X, meine Ferien haben begonnen und ich habe heute seit 3 Wochen das erste mal länger als 7 Uhr geschlafen. Es war eine anstrengende Zeit. Aber auch eine sehr schöne.

Wie es hier weiter gehen wird, wird die Zeit bringen. Ich habe nicht sehr viele Follower, und für das Alter meines Blogs ist das recht traurig. Die meisten meiner Leser sind Bekannte, Freunde und Verwandte, die mich zwar loben und liken, aber man wartet doch irgendwie auf eine Anerkennung außerhalb des sozialen Networks.



Vielleicht ist mein Blog in seiner Persönlichkeit recht langweilig und es fehlen die Fotos und die Musik und alles. Vielleicht ist der Blog als Tagebuch auch aus der Mode.


Daher werde ich mir nun etwas Zeit nehmen, da ich diese jetzt auch habe, meinen Blog zu überdenken und zu entscheiden, ob das hier noch eine Zukunft hat und wenn ja, wie diese Aussehen sollte.

Ich danke aber meinen lieben Lesern für das immer liebe Feedback. Ich hoffe, dass das Krimskramskästchen nach Karneval oder vielleicht schon etwas eher zurück ist. Und sollte es das nicht sein, war es ein tolles Experiment.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Und manchmal da bin ich ein Moor.

Oh schaurig ists übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ists übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!
(Anette von Droste Hülshoff)

Schon mal durch eine Moorlandschaft gewandert? Ich habs heute getan, mit den ganzen bunten Waldorfkindern. Ich war noch nie im Moor. Und ich hatte auch immer die Vorstellung, dass es dort sehr sehr gruselig ist. Es ist nicht gruselig dort. Das Moor war gefroren, ich hörte kein Zischen, kein Knacken, kein Schmatzen. Wenn ich die Schritte der Kinder ausblendete, hörte ich nichts. Es war auch nicht dunkel. Es war ganz hell, die Sonne schien. Aber ich verspürte in diesem Moor ein Gefühl von absoluter Einsamkeit. Ich wollte mich am liebsten von der Gruppe abseilen, ganz allein mich von diesem Gefühl ins Moor ziehen lassen. Nur meine Füße über den Steg laufen hören. Nur diese langweilige, eintönige Landschaft um mich alleine herum. Grau, Schwarz, Beige. Nichts anderes. Vielleicht noch das Eis. Mich ganz in dieser Einsamkeit, diesem kleinem Tod, verlieren.
Manchmal genieße ich das alleine sein sehr. Meistens immer. Ich war mal ein Mensch, der immer jemanden um sich herum braucht. Jetzt brauche ich manchmal nur mich und alles andere ist mir zu viel. Dann bin ich auch ganz tot. Und langweilig. Und es ist auch oft so kalt wie am Moor. Aber danach, und nur danach kann ich wieder lebendig, aufregend und warm sein.

Dienstag, 15. Februar 2011

Von Glückshosen, Dorfjugenden, Hochzeiten und dem Gefühl von Zuhaus.

Samstag nacht, kurz vor 12. Ich stapfe in neuen Schuhen und meiner wahnsinnigen neuen Hose aufs Festzelt zu. Es ist Jahre her, dass ich das letzte Mal auf einer Dorffete war. Und es fühlt sich komisch an, ganz fremd und dann wieder vertraut. Aber ich muss, denn du hast heute dort ein Konzert. Ich gehe rein, und stehe dort mit meinem Mantel im Arm allein an einem Stehtisch, ich kenn kein Schwein, mir egal, bin ja wegen dir da. Eigentlich bin ich grad ziemlich sauer auf dich. Am liebsten würde ich dich von der Bühne prügeln. Nur heute ist es ein bisschen anders als sonst. Nach der achten Zugabe kommst du von der Bühne, unsere Blicke finden sich im Getümmel, und um so näher du kommst, umso mehr färbt dein Adrenalin, dein Glück, deine Euphorie auf mich ab. Du strahlst. Ich strahle. Alles ist ok und wir lachen über diese kleinen Missverständnisse, die bei uns an der Tagesordnung stehen. Du musst jetzt abbauen, ich will unbedingt tanzen. Und ich tanze. Ich tanze auf diesem Zeltboden, meine neuen Schuhe kleben auf dem biergetränkten Holzparkett und ich fühle mich in dieser Hose so klasse, weil es doch schon ein Wunder ist, dass ich wieder in so eine Hose herein passe. Ich tanze. Es ist wie früher. Als wir jedes Wochenende auf so vielen Hochzeiten und Holzparketten getanzt haben, zu "Liquido" auf und ab gesprungen sind, als wir an irgendwelchen Cocktailbars uns dort hemmungslos betrunken waren, als die Klamotten nach Rauch und abgestandenem Bier rochen, man nur seine älteste Jacke mitnahm, um das Anstehen an der Gadarobe zu vermeiden und diese einfach in eine Ecke warf und auch nicht die schicksten Schuhe trug, da diese nachher eh aussahen, als wären wir durch sämltiche Felder gestampft wären als graziel abzutanzen. Ich tanze also und ziehe genüßlich an meiner Zigarette. Die landet plötzlich auf dem Boden. Ich schaue hoch. Und da steht er. Im Sommer hat er mich mal nach Hause gefahren, und am nächsten Tag mit mir eine Cola getrunken. So eine richtige Coke aus den kleinen Glasflaschen mit Kronkorkenverschluss. Mit ganz viel Kohlensäure. Und nicht nur die Cola war prickelnd. Ich war fest davon überzeugt, dass ich genau diesen Mann mal heiraten werde, ganz zur Unterhaltung meiner Freundinnen. Und hab ihn nie wieder gesehen. Und jetzt steht er vor mir und fängt an mit mir zu tanzen. Das muss einfach an dieser Wahnsinnshose liegen. Und er zieht sich an mich ran. Und dann. Dann stellt er sich vor und fragt mich nach meinem Namen. Er hat mich vergessen in dem halben Jahr. Etwas später sitze ich dann wieder mit dir in meinem Auto und fahr dich nach Haus. Und ich weiß, hier bin ich vorläufig doch am besten aufgehoben. Und auch irgendwie zuhaus.

Dienstag, 8. Februar 2011

Ganz krank vor lauter Liebe.

Keine Angst, ihr habt nichts verpasst. Mr. Right ist mir nicht übern Weg gelaufen und Mr. False auch nicht, was ja für mich eher typisch wäre. Wie auch. Ich liege mit einer fiesen dicken Grippe in meinem Bett und verlasse dieses leider auch kaum noch. Trotzdem könnte man doch vor lauter Liebe um sich herum ganz krank werden. Ich habe das Gefühl, dass ein paar Tage vorm wichtigsten Tag der Floristik- und Parfümerieindustrie und bei den ersten Sonnenstrahlen meine Umwelt doch ein bisschen verrückt spielt. Da tanzen die Hormone Tango, wie mein Klassenlehrer zu sagen pflegte. Frühlingsgefühle. Die Menschen sind irgendwie alle ganz verliebt, oder wieder neu oder dabei oder ganz ganz verrückt danach. Liebe ist ja auch echt klasse. Aber nicht für die, die sich das ganze Elend anschauen sollen. Ja, ihr habt recht. Ich bin schon ein bisschen neidisch. Grade jetzt, wo ich mir doch jemanden wünsche, der sagt: "Soll ich dir einen Tee machen?" oder "Brauchst du irgendwas?" oder "Soll ich hier mal eben durchwischen?" oder "Worauf hast du Lust? Was soll ich dir kochen?".
Bei mir siehts derzeit da eher kritisch aus, mein bester Freund hat mir zwar eine selbstgebastelte, aus irgendwelchen illegalen Substanzen hergestellte Tulpe versprochen - aber ganz im Ernst, ich würd mich momentan mehr über ne "I love Milka" in Nougat freuen. Aber aussichtslos.
Ich werde daher auch, wenn ich überraschend genesen sollte, jegliche Einkäufe vermeiden, da ich keine "I love you"-Bärchen und Herzchengirlanden und Herztassen und Herzwärmeflaschen sehen will. Ich find das absolut kitschig. Hässlich. Bah. Doch es stimmt einen dann wieder depressiv. Ja, das Leben als Singlemädchen ist nicht mehr so einfach, wenn man auf die zwanzig zugeht.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Miri goes Waldorf.

Kinder, Kinder.
Ich kann stricken, ich mache heftige Mutproben, gewinne im Brennball, weiß endlich wie der längste Fluss in Deutschland heißt - und lerne morgen ja vielleicht meinen Namen zu tanzen.
Ich arbeite momentan in einer Waldorfschule für Kinder mit Behinderung.
Und weil das alles sehr anstrengend ist, und mein Kopf voller Pädagogik und Kinder ist, war es hier still.
Ich denke, dass ich morgen genug Inspiration habe, für einen der üblichen Texte. Aber jetzt ist erstmal dösen angesagt!