Ein Blog über das Leben. Wie es ist, wie es war, wie es sein sollte. So subjektiv, dass es wieder objektiv ist. Eine einzige Lüge, die doch die Wahrheit ist. Zwischen den verrücktesten Teesorten und den lieblosesten Orten.


„Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“
Jean-Baptiste Poquelin

Donnerstag, 24. März 2011

Die Sache mit der Schönheit.

Wie sagte der kleine Prinz einst?
"On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est invisible pour les yeux.".
Für alle, die der französischen Sprache nicht mächtig sind oder wegen ihr, so wie ich, sogar ihr ganzes Abi geschmissen haben:
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Das fiel mit heute in unserem "Pädagogische Kunsttherapie"-Seminar ein. Es ging um Schönheit. Was ist Schönheit? Ist Schönheit individuell, oder gesellschaftlich?
Und weil wir da bitte drüber nachdenken sollen, mach ich es hier, denn dann hab ich es auch wirklich getan.


Mein Begriff von Schönheit ist, dass es darum geht, welche Emotion es im Einzelnen auslöst. Durch bestimmte Erfahrungen sind wir in unserem ästhetischen Empfinden geprägt und würden dann halt sagen: "Das ist schön" und "Das ist nicht schön". Dazu passt dann auch die Sache mit der kleinen Geschichte unseres Dozentin:

"Wenn man alle Menschen dieser Welt bitten würden, den hässlichsten Gegenstand, den sie besitzen, an einen bestimmten Ort zu bringen, so dass ein Berg von lauter Hässlichkeiten entstehen würden. Dann würde man die Menschen bitten, dort hinzugehen und sich den schönsten Gegenstand von allen auszusuchen und mit nach Haus zu nehmen. Am Ende wäre da kein Berg mehr, alle Dinge hätten einen neuen Bestitzer gefunden."

Dem entgegen werf ich nur mal so ein paar Schlagwörter:
Mode! Design! Magerwahn! Topmodels! Essstörungen! Size Zero! Schönheitsoperationen!
Insgeheim stehen wir da alle drauf.

Es gibt also schöne Sachen. Und weniger schöne. Und beschissene. Ästhetikempfindung ist gesellschaftlich bedingt.

Aber, um wieder auf meine Wunschlösung, der Mensch ist frei und individuell zurück zu kommen:
In irgendeinem Büchlein stand mal "Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir Lieben. Sondern die Liebe entscheidet, wen wir schön finden." Jaaa. Es dauert nicht mehr lange und die Sülze aus dem Krimskramskästchen tropft durch eure Pc-Lautsprecher.



Also, hier ist mein sehr hässliches Schmier- und Thesenblatt. Also. Die Diskussion ist hiermit unten in den Kommentaren eröffnet. Und ich hoffe, ihr lasst mich hier nicht hängen.

Ist Schönheit individuell, oder gesellschaftlich?

9 Kommentare:

  1. Ich weiß gar nicht mehr genau wie ich auf dich gekommen bin, aber ich habe das Wort "Kunsttherapie" gelesen und jetzt bleibe ich. :) Klingt vielleicht nach einem ziemlich doofen Grund, aber für mich heißt das, das du vielleicht so ein bisschen bist wie ich, denn 99% der Leute die ich kenne können mit dem Wort Kunsttherapie an sich schon nichts anfangen.
    Wenn ich gleich darauf mal fragen darf.... was studierst du? ^^

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  2. Hallo Klara,
    ich studiere Soziale Arbeit und du?
    Schön, dass du hier bist.

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  3. Noch gar nichts, mache mein Abi erst nächstes Jahr. Aber ich hab vor (träume eher davon, weil ich absolut kein Talent zum Malen habe und ja ne Mappe mit 30 Bildern machen muss) Kunsttherapie zu studieren... :)


    Schönheit ist individuell und wird Geprägt von der Gesselschaft. Die Gesellschaft gibt die Ideale vor: der neue Sommertrend, nimm ab in nur 2 Wochen, Reich und Schon die neue Sendung auf Whateverkanal... So etwas liest man doch viel zu oft, kein Wunder, das man sich selbst dann kaum noch ein Bild von der Schönheit machen kann, die man selbst als schön empfindet. Ich gebs ja zu, ich kaufe Modezeitschriften und schwärme für "heiße Briten". Das hinter jenen Kerlen vielleicht gar kein so toller Mensch versteckt ist, wird mal grade außer Acht gelassen. Ich glaube Schönheit lässt sich einfach auf viel zu viele Weisen definieren, da geht es schon bei der Frage los inwiefern Schönheit und Attraktivität zusammenhängen.
    Ich finde, jeder Mensch ist schön, es kommt nur darauf an, wie man ihn betrachtet (auch wenn das negativ klingt: auch jeder Mensch hat seine hässlichen Seiten, aber das ist ja je nachdem auch nicht immer verwunderlich).
    Ich weiß grade gar nicht mehr worauf genau ich hinauß wollte, werfe das aber mal so in den Raum...

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  4. Nach deiner Argumentation, ist es doch dann auch ganz egal, ob du gut malen kannst.
    Das ist ja auch nicht der Sinn. Die Therapieform Kunst zielt ja auf Ausdrucksmöglichkeiten ab und Kreativität, Aisthetis und Beschäftigung/Bewältigung. Wo möchtest du denn später arbeiten?

    Aber deine Argumentation ist mir auch logisch, es muss so ein Mischmasch sein.

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  5. Stimmt... :D Jetzt hab ich mich selbst im Kreis gedreht.
    Mein Kunstlehrer meinte so zu mir "Das schaffst du locker. Die wollen keine plastischen Zeichungen sehen! Plastisch zeichnen kann jeder! Die wollen Kreativität und Ideen! Die wollen was was ins Auge fällt!" Aber ich bin zu selbstkritisch, glaub ich.
    Man kann ja in ganz vielen verschiedenen Bereichen Kunsttherapie einsetzen, aber ich glaube am Liebsten würde ich mit Kindern arbeiten. Klar, das ist dann um einiges schwester, stelle ich mir zumindest so vor, weil Kinder ja nicht unbedingt das erzählen, was sie darstellen (wobei, machen das Erwachsene bei sowas?!). Aber gerade weil Kinder sich durch Kunst ja oft viel mehr mitteilen find ichs total interessant.

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  6. Aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen, dass Kinder dir ganz genau sagen können, was sie malen. Aber es kommt halt drauf an ob du diagnostisch oder verhaltenstherapeutisch arbeiten möchtest.
    Zudem ist es ja KunstTHERAPIE du wirst also mit Kindern mit Störungsbildern (psychisch kranke, behinderte, traumatisierte) arbeiten.
    Die Arbeit mit Erwachsenen und alten Menschen ist aber deutlich schwieriger, weil Kinder unbefanger an ein Medium herantreten.
    Ich kann dir aber nur empfehlen, vorher eine pädagogisch und/oder therapeutische Ausbildung bzw. Studium zu machen wie Soziale Arbeit, Ergotherapeut, Erzieherin, Heilerziehungspflegerin etc, weil du dadurch einfach auch eine pädagogische Fachkraft bist und dann sich deine Chancen auf einen Job später wirklich drastisch erhöhen.

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  7. Ja, du bist mir da schon einiges voraus :) Alles was ich eben mir an Wissen so zusammengebastelt habe bis jetzt ist so das Internetstandartwissen...
    Das ich vorher so etwas in pädagogisches/therapeutisches Studium mache habe ich mir auch schon überlegt, zumal es wohl auch eher Masterstudiengänge gibt die Kunsttherapie machen, oder zumindest an staatlichen Unis war das so.

    Weißt du schon was du nacht dem Studium machen möchtest?

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  8. Also, dann äußere ich mich doch auch mal zum Thema Schönheit, da ich gerade gestern darüber nachgedacht habe. Ich gucke gerade eine Serie, in der es 2 Frauen gibt. Die Eine: fettiger Harransatz, eigenwilliges Gesicht, Ökoklamotten, mittelmäßige Figur. Die Andere: Designerklamotten, Topfigur, hübsches Gesicht, lange Haare. Auf den ersten Moment war klar, die Eine (die zweitgenannte) ist schön, die andere nicht. Nun bin ich mittlerweile in der 2.Staffel und die erstgenante hat sich als liebevolle, witzige und vor allem INDIVIDUELLE Person entwickelt, etwas tollpatschig, aber sympatisch. Und die andere als hinterlistig, oberflächig, berechnend und kühl. Jetzt überlege ich, welche Frau ist für mich schöner? Klar, die Erste. Ich finde sie mittlerweile echt attraktiv. Ist nur jetzt die Frage, ob Männer das genau so sehen... aber ich glaube, das kommt auf den Mann an.
    Schönheit definiert sich also meiner Meinung nach hauptsächlich durch die Gefühle, die der Mensch oder die Sache bei einem hervor ruft.
    Christian Morgenstern sagte dazu: "Schön ist eigentlich, was man mit Liebe wahrnimmt".
    Und ich glaube so ist es auch. Oder gibt es eine Mutter, die ihr Kind nicht schön findet?
    Dein Kusinchen

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  9. Charakterschwache Menschen lassen sich ganz klar von der Gesellschaft beeinflussen, wodurch bei solchen Mneschen Schönheit eben gesellschaftlich ist.

    Menschen mit einem ausgeprägten Charakter jedoch lassen sich nichtmehr so leicht beeinflussen. Sie haben ihr eigenes Bild von Schönheit, und das behalten sie auch bei.

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