Während meiner Kindheit habe ich bestimmt zwanzig verschiedene Tagebücher angefangen. Diddl-Tagebücher, Harry-Potter-Tagebücher, mit Schloss, ohne Schloss. Ich hab geschrieben, gemalt, geklebt, alles wunderschön. Vllt waren es immer drei Tage am Stück. Dann hatte ich keine Lust mehr, keine Zeit mehr, als Kind gab es doch soviel zu entdecken.
Jetzt ist vieles anders geworden. Ich habe seit sechs Wochen meine eigene Wohnung in der Kaiserstadt, ich studiere irgendetwas, was mit Streetwork und Supernannys zutun hat. Meine Wochenenden verbringe ich aus finanziellen Gründen mit den immer gleichen Menschen, die viermal so alt sind und mich jeden Tag neu kennenlernen müssen. Ich habe auch Freunde. Tolle, ganz besondere Menschen. Aber es geht grade um mich. Ich komme aus dem westlichsten Zipfel Deutschlands und bin stolz darauf, dass ich meinen Kommilitoninnen erklären kann, was der Unterschied zwischen einer Bulette und einer Frikandel ist. Und da ich das sogar sehr gut kann, wird das hier leider kein Fashionblog, die ich sehr gerne lese, da mein Figürchen in den meisten Klamotten leicht aussieht wie eine knackige Bockwurst in ihrer Hülle. Das wird auch kein Liebesblog, den Glauben daran hab ich viel zu früh schon aufgegeben. Das wird auch kein Depriblog, ich bin viel zu bunt und lustig und wild, um zu oft zu traurig zu sein. Man weiß also nicht, wohin es hier mal geht. Wie in einem Krimskramskästchen. Wie im Leben. Und das find ich gut.
Der erste Anfang ist gemacht, ich werde nun in eine WG mit sehr lieben Mädels fahren und mit ihnen Apfelstrudel mit Vanilleeis genießen. So long.
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